Glennkill

Glennkill

von

Kriminalroman

384 Seiten (gebunden)
Goldmann

Erscheinungsdatum: August 2005

ISBN: 9783442301294

Eine erheiternde Geschichte um eine irische Schafsherde, die auf charmante Weise den Mörder ihres Schäfers zu finden versucht.

Normalerweise sehen Schafe nicht sonderlich schlau oder nachdenklich aus und sind den ganzen Tag damit beschäftigt zu grasen und das Gegraste wiederzukäuen. Doch die Schafsherde des Schäfers George Glenn ist eine ganz besondere. Als sie eines Morgens ihren geliebten Schäfer, der ihnen immer vorgelesen hat, mit ihnen nach Europa reisen wollte und auch sonst versucht hat, ihnen die Welt mit einfachen Worten zu erklären, tot auffinden, und dazu noch mit einem Spaten durchstochen, beschließen sie herauszufinden, wer eine solch grausame Tat beging und warum. Da gibt es nun die unterschiedlichsten Typen inmitten dieser blökenden Herde. Nennenswert sind der Leitwidder Ritchfield, dessen legendärer und welterfahrener Zwillingsbruder Melmoth zunächst verschwunden ist, sein Konkurrent Othello, ein ehemaliges Zirkus-Schaf, Mopple the Whale, das dicke Vielfraß, Zora, die sich so nah wie kein anderes Schaf an den gefährlichen Abgrund traut, den es zu überwinden gilt um in Form einer Schäfchenwolke weiterzuleben, und auch Miss Maple, ein sehr kluges Schaf, das die geheimen Ermittlungen der Schafe leitet. Um die Aufklärung des Mordes bemüht, lernen sie nach und nach die eigentümlichen Bewohner des Dorfes kennen und schnappen immer wieder Fetzen menschlicher Gespräche auf, deren Bedeutung sie gezwungen sind irgendwie zu erahnen und sich selbst zu erklären. Dies führt all zu oft zu lustigen Missverständnissen, die den Leser schmunzeln lassen. Jedes Schaf auf seine eigene Weise wird dem Leser schnell ungeheuer sympathisch und das macht auch das ganze Buch aus. Die Krimi-Elemente, also Hinweise und Indizien, die hier und da auftauchen, sind leider teilweise sehr verwirrend, so dass sich der Leser bald schon selbst wie die Schafe vorkommt und versuchen muss, den Faden nicht zu verlieren und Licht ins Dunkel zu bringen. Manche Andeutungen, die zu Anfang des Buches gemacht werden, werden leider auch am Ende nicht mehr aufgelöst oder in irgendeinen Zusammenhang gebracht, so dass Verknüpfungen unter den Dorfbewohnern selbst, aber auch in Bezug auf den Mordfall für den Leser auch nach dem Zuschlagen des Buches doch sehr undurchsichtig bleiben.
Die Beschreibungen sind stellenweise gut, an anderen Stellen zu knapp und ungenau gehalten. Da muss der Leser schon sehr viel Vorstellungskraft mitbringen. Auch das zweimalige Auftreten des vermeintlich deutschen Ausdrucks „Sinn machen“ ist der deutschen Sprache nicht gerade zuträglich und für einen Literaturliebhaber doch recht ärgerlich.

Alles in allem eine ganz amüsante Geschichte, für Schafsliebhaber allemal, für Krimiliebhaber eher weniger, und ein ganz netter Zeitvertreib für alle, die zwischendurch mal wieder etwas Leichtes lesen möchten.

Migliedermeinung

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