Spiegel menschlichen Lebens
Moarionetten ist ein Buch voller Dramatik. Dennoch gelingt es dem Autor Zeit zu lassen über zwischenmenschliches und deren Abgründe nachzudenken. Ist mein Leben mehr Wert, nur weil ich in einer Wohlstandsgesellschaft lebe und ein Weißer bin?
Sehr gut verpackt hat John le Carre seine Romanhandlung. Nach dem 11. September 2001 hat sich die Welt verändert, auch in Deutschland. Muslime werden plötzlich anders betrachtet, sie werden wahrgenommen im Straßenbild und oft als Risikofaktor angesehen.
In dieser Situation kommt Issa nach Hamburg. Niemand weiss woher er kommt und wer er wirklich ist. Er erlebt in Hamburg menschliche Regungen aller Art. Mißtrauen, Nächstenliebe, skrupellose Geschäftemacher und Gleichgültigkeit.
Der Diplomat le Carre führt uns in seinem Roman unsere zerrissene Gesellschaft vor Augen. Mehr noch, er hält jedem einzelnen von uns einen Spiegel vor. In jedem von uns steckt diese Zerrissenheit die wir hier lernen zu entdecken.
Mir ging es gut mit diesem Buch und seinen 367 Seiten. Nach drei Nächten war das Buch geschafft. Der Autor hat es geschafft mich mitzunehmen und mir für Neues die Augen zu öffnen. Wie ich damit nun umgehe, ist nicht meine Sache, denn wir leben alle in einer Gesellschaft und wollen dass sie menschlicher wird.
Ein gutes Buch um über uns und unsere Gesellschaft nachzudenken.
