Menschliche Abgründe
Das Buch beginnt für einen kleinen Moment sehr harmlos. Ein Matrose verbringt den letzten Abend bei seiner Familie, bevor er für viele Wochen auf einem Frachtschiff an heuert.
Doch schon nach kurzer Zeit überschlagen sich die Ereignisse und man ist mitten drin in dieser unglaublich spannenden Geschichte. Zu Beginn kann man noch gar nicht erahnen, wie sich die einzelnen Schicksale zusammen fügen werden. Stefán Máni macht das sehr geschickt, indem er die verschiedenen Situationen aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der einzelnen Charaktere darstellt. Jedes Besatzungsmitglied schnürt sein Päckchen, um sich auf das Schiff zu begeben, und diese Päckchen sind gefüllt mit Gewalt, Mord, Verzweiflung, Sehnsucht und Hoffnung.
Sie begeben sich unwissentlich auf die schwimmende Hölle im Schiffsgewand, in der Hoffnung, daß sich am Ende der Fahrt alles zum Guten wendet. Doch jedes mal wenn sie denken, schlimmer geht es nicht mehr, schwimmt von irgendwo eine neue Katastrophe her.
Als wirklich einziges (aber absolut nebensächliches) Manko sind die isländischen Namen anzumerken, mit denen ich mir am Anfang ein bischen schwer getan habe. Aber als Tipp für die zukünftigen Leser kann ich es empfehlen sich einen kleinen Zettel mit den Namen der Charaktere, deren Aufgaben auf dem Schiff und ihren jeweiligen Verbrechen anzulegen.
Zum Abschluß kann ich nur sagen, daß ich das Buch wirklich außergewöhnlich finde. Die Figuren sind so unterschiedlich und fassettenreich und immer wenn man denkt, daß es nicht mehr schlimmer kommen kann, wird man eines Besseren belehrt wodurch die Spannung gnadenlos aufrecht erhalten wird.
