Eine Tür öffnet sich
Und der Leser darf eintreten in die Lebensgeschichten zehn außergewöhnlicher Menschen.
Zugegeben, es ist jeweils ein recht kurzer Besuch, eher eine Stippvisite als ein langer Aufenthalt. Das tut der Freude an den Einblicken in diese 10xLeben aber keinen Abbruch.
Die einzelnen Porträts sind eher erzählerischer als historischer Natur. Besonders auffallend ist dies schon beim Lebensweg des Jesus von Nazareth.
Alois Prinz beschränkt sich hier ausschließlich auf die biblischen Zeugnisse. Historisch-kritische Bibelforschung lässt er dabei völlig außer Acht.
So versteht er die einzelnen Lebensgeschichten, von denen er erzählt, wohl oft auch eher wirklich als erzählende Deutung denn als historische Information. Dies tritt in allen der zehn Lebensporträts zu Tage.
Letztlich sind es aber eben auch Glaubensgeschichten, in die wir einen Einblick erhalten. Glaubensgeschichten haben einen viel tieferen Wahrheitskern, als auf historischem Weg zu ermitteln und vermitteln ist. Und gerade diesen verbindenden Wahrheitskern arbeitet Alois Prinz so gut heraus: Es geht um Wendepunkte im Leben, die zum Eigentlichen führen, zum Inneren Kern, eng verbunden mit dem Traum von einer schöneren, besseren, gerechteren Welt. Prinz nennt dies die “zweite Geburt”.
An diesen beispielhaften Menschen verschiedener Epochen und ihrer Geschichten wird der Leser angeregt, über seine eigene Lebensbestimmung nachzudenken.
Besonders erfreut mich dabei der in unsrer Zeit fast schon mutige Versuch, die christliche Perspektive dafür aufzuzeigen, einen christlichen Antwortversuch zu wagen.
Keinesfalls aufdringlich missionarisch, sondern philosophisch durchdacht.
