In keinem Geschichtsbuch der Welt, keiner Pressemeldung wird er erwähnt: der Weltkrieg, der von 1972 bis 1975 in San Li Tun, dem Diplomatenghetto von Peking, tobte. Und doch hat er stattgefunden. Während sich nämlich Diplomateneltern aus aller Welt um die Balance des internationalen Friedens bemühen, spielen ihre Kinder Krieg zum Zeitvertreib – sie halten die Friedensbemühungen der Erwachsenen für verlogene Scheinmanöver, für schlechte Operette. Ein Leben ohne Feind ist langweilig, findet die Ich-Erzählerin, die mit sieben Jahren die jüngste der kleinen Armee ist und sich als Mittelpunkt der Welt fühlt. Bis sie der wunderschönen Elena begegnet und sich unsterblich in sie verliebt. Durch die zehnjährige Italienerin eröffnet sich ihr noch ein anderer Kriegsschauplatz. Elena wird ihr trojanischer Krieg, ihre Liebessabotage.