Rezension: Darling Jim

Ein verführerischer Wolf auf Schäfchenjagd

Im malerischen Küstenort Malahide, nördlich von Dublin, werden in einem Haus drei Frauen – zwei Schwestern und ihre Tante – tot aufgefunden. Nachdem die Polizei auch noch nach Monaten im Dunkeln tappt und weitere Familienangehörige nicht aufzuspüren sind, die zur Klärung beitragen könnten, wird der Fall zu den Akten gelegt. Eines Tages fällt dem Briefträger Niall ein Umschlag in die Hände, adressiert an das Postamt und mit der Absenderadresse des Hauses in dem die Morde geschahen. Zwei hingekritzelte Sätze bewegen ihn dazu den Umschlag zu öffnen. Niall findet im Inneren ein Tagebuch, das eine der ermordeten Schwestern schrieb. Seine Neugierde ist geweckt und er beginnt darin zu lesen. Er ist so gebannt von den Ereignissen, dass er es nicht als Beweismaterial der Polizei übergibt, sondern sich eigenmächtig auf die Suche nach einem weiteren Tagebuch macht. Sein Weg führt ihn nach Castletownbere, wo alles seinen Anfang nahm. Nach und nach fügt sich ein Puzzleteil zum anderen und auch welche Rolle Jim (Geschichtenerzähler und Liebling der Frauen) dabei spielt, kommt ans Licht.

Allein schon der erste Satz: „Die Bewohner des Ortes mieden das Haus, noch lange nachdem es desinfiziert und für Nachmieter bewohnbar gemacht worden war und die Leichen friedlich unter der Erde ruhten.“ (S. 11) begeisterte mich und machte mich neugierig darauf zu erfahren, was es mit diesem Haus auf sich hat, was in ihm geschah und warum es von den Bewohnern des Ortes gemieden wird. Der Schreibstil ist klasse – er fesselt und reißt einen mit. Sofort fühlte ich mich nach Irland versetzt und fand mich am Ort des Geschehens wieder. Beim Lesen vergisst man die Welt um sich herum und ist gebannt von der Geschichte, beziehungsweise von der Erzählung, die Jim zum Besten gibt. Als übermäßig spannend empfand ich den Thriller nun nicht – da gibt es andere, die einen mehr packen – aber der Schreibstil macht es wett. Die Idee das Vorgefallene teilweise anhand von Tagebüchern Revue passieren zu lassen, die die Mordopfer hinterließen, gefiel mir sehr gut. Zum Schluss bleiben leider ein paar Fragen noch unbeantwortet und es wäre schön gewesen, wenn auch die überlebende Schwester eins geschrieben hätte, um sie zu klären. Somit bleibt einem nicht anderes übrig, als sie mit seiner eigenen Phantasie auszufüllen. Mir ging die Betonung von Nationen, bzw. Markennamen ein wenig auf den Geist, aber das ist nun wirklich Geschmackssache.

Es lohnt sich das Buch zu lesen.

Verfasst von stjerneskud am 25.02.2009.

 

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Bookreporter
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Buchinfos

Darling Jim

Piper


Darling Jim

Psychothriller

Aus dem Englischen von Violeta Topalova

352 Seiten (gebunden)
Piper Verlag

Erscheinungsdatum:
12.03.2009

ISBN: 9783492052566


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Der Autor

 

Christian Mørk

 

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