Rezension: Kap der Finsternis

Die Leseprobe hatte mir sehr gut gefallen. Nachdem ich das Buch nun endlich komplett gelesen habe, muss ich immer noch sagen: Wow!

Inhaltlich geht es um eine Familie, die auf der Flucht in Kapstadt untergekommen ist, nachdem zwei Menschen bei einem Einbruch ermordet wurden, läuft allerdings nicht nur deren Leben auseinander. Ehestreit, ein korrupter Polizist, rivalisierende Gangs und diejenigen, die von der Tat (in)direkt betroffen sind, spielen auch mehr oder weniger große Rollen. Jeder trägt seinen Teil zur Geschichte bei und letztlich wird fast jeder von ihnen zum Jäger und Gejagten. Viel mehr möchte ich nicht über den Inhalt sagen, denn die Unwissenheit macht die Spannung höher und Überraschungseffekte umso besser.

Was mich sehr beeindruckt hat, war die extreme Handlungsdichte – es gab kaum Seiten, auf denen nichts oder nur sehr wenig oder etwas unbedeutendes passiert ist. Ein Buch mit so viel und schneller Handlung habe ich sei langem nicht mehr gelesen. Und es war trotzdem nicht zu viel, sondern sehr gut abgemischt, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sechs oder mehr Handlungsstränge parallel verliefen. Dank der Überschneidungen und Unterschiede kam ich auch nie durcheinander, es war immer noch sehr klar, was mit der Person zuletzt passiert ist.

Die enorme Brutalität, die die Handlung mitbringt wird auch in der Sprachwahl deutlich. Am Anfang fand ich es sehr faszinierend, zum Ende hin eher abschreckend. Das spricht aber wohl für die Qualität des Buches, denn Roger Smith hat somit zum Ende hin nicht nachgelassen; eher noch einen draufgelegt. In der Leseprobe hat mir gut gefallen, dass die Charaktere und somit auch die Unterschiede zwischen reich und arm sprachlich dargestellt wurden und mit mehr oder weniger Kraftausdrücken und Einfühlsamkeit in den brutalen Szenen verdeutlicht wird. Das behält der Autor bis zum Ende hin bei und war für mich einer der besten Aspekte des Buches und hat es enorm realistisch gemacht.

Die Handlung selbst hat mit der Zeit und den vielzähligen Toten an Realitätsnähe abgenommen, aber durch die spannenden und zum Teil auch einfühlsamen Szenen klang die Handlung trotzdem nicht völlig ausgedacht und immer noch nachvollziehbar. Die extremen Charaktere und ihre (un)schuldige Verwicklung in das Geschehen sorgen für eine ebenso extreme Handlung, die fast alle Formen der Kriminalität beinhaltet, wobei dennoch die Einzelschicksale berücksichtigt bleiben.

Insgesamt war das Buch sehr spannend und auch dadurch, dass jeder gegen jeden gekämpft hat, die vielen Handlungen zwar immer verbunden und am Ende natürlich (auf überraschende Art und Weise) wieder zusammenlaufen, hat es sich wirklich gelohnt, es zu lesen.

Verfasst von Smazl am 29.04.2009.

 

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Bookreporter
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Buchinfos

Kap der Finsternis

Klett-Cotta


Kap der Finsternis

Thriller

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger, Peter Torberg

359 Seiten (gebunden)
Tropen

Erscheinungsdatum:
10.03.2009

ISBN: 9783608502022


Nutzerbewertung:
  • 5/5 Sterne.

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Der Autor

 

Roger Smith

 

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