Marionetten

von

Thriller

Aus dem Englischen von Sabine Roth, Regina Rawlinson

368 Seiten (gebunden)
Ullstein

Erscheinungsdatum: 03.11.2008

ISBN: 9783550087561

Rezension von

Verfasst am: 03.05.2009

Bewertung:

  • 3/5 Sterne.

Leben in Hamburg nach dem 11. September 2001

Issa Karpow, ein Tschechene, reist illegal über Dänemark nach Deutschland ein, mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Ziel. Mehrere Tage lang heftet er sich an die Fersen des zwanzigjährigen Meliks, aber erst am Ende der Woche folgt Issa ihm bis zu seinem Elternhaus und hält dort Melik ein Pappschild entgegen. Seiner Mutter Leyla, die aus der Türkei stammen und sich gemeinsam mit Melik um die deutsche Staatsbürgerschaft bewirbt, hat Mitleid mit Issa und gewährt ihm Unterschlupf in ihrem Haus. Schließlich wird Annabelle Richter vom Fluchthafen Hamburg, die illegale Einwanderer juristisch betreuen, eingeschaltet. Sie wiederum nimmt Kontakt zu Tommy Brue auf, der Issa zu dem Erbe seines Vaters verhelfen kann. Issas Aufenthalt in Hamburg zieht weite Kreise.

Ich hatte bislang keinen von John le Carrés Romanen gelesen und wusste auch jetzt nicht worauf ich mich da eigentlich einlasse. Anfangs las sich die Geschichte noch gut, obwohl sie etwas Aberwitziges an sich hatte, aber später tat ich mich schwer damit und ich konnte nicht übermäßig viel mit ihr anfangen.

Ich konnte nicht einschätzen, in weit es der Realität in Deutschland entspricht, dass man eine Anwältin auf Schritt und Tritt verfolgen darf, ihr droht, sie gegen ihren Willen zu einem Lockvogel macht und sie ihren Mandanten verraten soll. Zum Ende hin wurde es für mich immer verworrener, ich kam mit den Namen durcheinander, konnte mich oftmals nicht mehr daran erinnern, wer wer ist, wer zu wem gehört und was für ein abgekatertes Spiel die Spezialeinheiten und Geheimdienste spielten. Für mich hätten noch ein paar offene Fragen beantwortet werden müssen.

Für die Figur des Issa konnte ich keine rechte Sympathie empfinden. Möglicherweise lag es daran, dass aus seiner Sicht die Geschichte nie erzählt wurde und man somit in Issas Gedankenwelt keinen Einblick erhält. Ich wusste nichts so recht mit ihm anzufangen und was er wirklich für einer ist. Vielleicht hätte er einfach in Schweden bleiben sollen, denn es ist doch utopisch glauben zu können, dass ihm jemand einfach so einen Medizinplatz verschaffen könnte, wenn viele andere junge Menschen diesen Berufswunsch haben und sich um einen Studienplatz bewerben, aber eine Absage erhalten. Am wenigsten mochte ich seine Denkweise Annabels betreffend, dass er sie einfach wie ein Stück Vieh auf einem Markt, in seinen Besitz bringen kann, ihr seine Kultur und seine Religion aufzwingt und sie nur noch das tun muss, was ihr der (Ehe-)Mann vorschreibt.

Es war kein Buch für mich, aber jemand anderer könnte seinen Gefallen daran finden.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (6):

  • 3.3333/5 Sterne.

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