Alles was du siehst

von

Roman

176 Seiten (gebunden)
C.H. Beck

Erscheinungsdatum: 29.01.2009

ISBN: 9783406582448

Rezension von

Verfasst am: 17.05.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Der neue Roman von Stefan Beuse „Alles was du siehst“ erzählt drei Geschichten:

Ein Ghostwriter soll in Amerika das Leben eines Mannes aufschreiben, von dem er nicht mehr hat als ein verschwommenes Bild. Sein Auftraggeber ist ihm unbekannt und er ist in einem Haus untergebracht, in dem ihn alle für einen Professor halten und leicht verrückt wirken.
Ned verspürt eine besondere Beziehung zu Kasey, die er von einem Baum in ihrem Garten aus über Wochen hinweg beobachtet.
Zwischen den Geschwistern Aaron und Lia besteht eine besondere Verbindung, und beide scheinen außergewöhnliche Fähigkeiten zu haben, die ihnen helfen in Geschichten und Bilder zu verschwinden, um der Wirklichkeit zu entfliehen.
Aber welche Gemeinsamkeit haben diese Menschen, die scheinbar rein gar nichts miteinander zu tun haben?

Das Umschlagbild entspricht dem Buch voll und ganz. Es verdeutlicht das Ineinandergreifen mehrerer Welten. Man kann es drehen und wenden, und sieht jedes Mal etwas anderes.
Auch die Wahl der Schriftfarbe Silber passt gut zu dem Gesamtbild. Allerdings ist die Schrift auf den Klappseiten und der Rückseite zu weit gesetzt. Der Rand ist zu klein, somit wirkt es überladen und nicht dem Wert des Buches entsprechend.
Der Roman von Stefan Beuse ist in fünf Teile untergliedert und es gehört jeweils ein Zitat zu einem Kapitel. Diese Zitate scheinen sorgfältig ausgewählt, denn sie spiegeln in gewisser Weise den Inhalt des Abschnittes wieder. Allgemein ist dieses Buch sehr poetisch geschrieben, ein Beispielsatz hierfür: „Ich kann das Meer hören, seine Stille“ oder „[…] Identität [ist] nicht mehr […] als die Summe aller Geschichten, die über jemanden erzählt werden […]“. Das Buch scheint von vorne bis hinten durchdacht zu sein, jedes Wort steht an der Stelle, an die es gehört. Ein Puzzleteil führt zum nächsten.

Beim Lesen habe ich mich anfangs ein wenig an Alice im Wunderland erinnert gefühlt, auch wenn die eine Geschichte mit der anderen so rein gar nichts zu tun hat. Aber was der Ghostwriter in dem Haus so erlebt, ist sehr phantastisch, wie bei Alice. Ich finde dieses Buch sehr spannend, es fesselt einen noch nachdem man es zur Seite gelegt hat.
Es muss mehr als einmal gelesen werden, um es in seiner Gesamtheit zu begreifen. Insofern würde ich es Menschen empfehlen, die nicht nur eben zwischendurch einen Roman lesen wollen, den man hinterher wieder schnell vergessen kann. Dies ist ein Buch, welches nachwirkt.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

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Leserbewertung (1):

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