Eigene und fremde Bücher, wiedergelesen

von

Erfahrungsbericht

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben

384 Seiten (gebunden)
Hanser

Erscheinungsdatum: 15.09.2007

ISBN: 9783446209244

Rezension von

Verfasst am: 04.06.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Blick auf einen der Größten auf dem amerikanischen Buchmarkt!

Viele schätzen ihn, einige mögen ihn, manche lehnen ihn ab: unbestritten aber gilt Philip Roth als einer der größten lebenden amerikanischen Schriftsteller. Mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet ist ihm bisher doch einer der ehrenvollsten verwehrt geblieben: der Literaturnobelpreis.

In dem vorliegenden Band mit Texten aus Interviews, Kommentaren zu eigenen und fremden Büchern und Einlassungen zu seinem Schreiben und Unterrichten darf man in ein Leben Einblick nehmen, das der Autor im Allgemeinen gerne vor der Öffentlichkeit abschirmt.
Die Texte umfassen die Jahre 1959 – 1974, also eine verhältnismäßig frühe Schaffensperiode im Leben des Autors.
Umso mehr überrascht es, dass er schon damals zurückgezogen lebte, fernab vom Publicity- und Showgeschäft.
„Zusammengenommen verraten die Texte eine fortgeschrittene Beschäftigung mit der Beziehung zwischen der geschriebenen und der ungeschriebenen Welt.“ Hin und her gerissen zwischen Information, Nachforschung, Erwartungen und Herausforderungen fühle sich Philip Roth nach seinen Worten ein wenig wie Barnabas in Kafkas Schloss, der die gewundenen Wege zwischen Dorf und Schloss wieder und wieder zurücklegen muss. Treffender kann einer nicht beschreiben, was „Schreiben“ heißt. Es ist ein mühseliges Geschäft, das strenge Disziplin erfordert. Er verbrachte damals wie heute seine Tage mit Schreiben, Lesen und gelegentlichen Verabredungen mit seinen Freunden. Einmal im Jahr unterrichtet er ein Semester an einer Universität.

Es gibt Kapitel, in denen er zu einzelnen seiner Bücher Stellung nimmt, zu seiner Kindheit und zu seiner politischen Einstellung oder seiner Feminismuskritik.

In einem Gespräch mit dem „Nouvel Observateur“ in Frankreich geht er auf seine jüdische Herkunft und Erziehung ein. Die Prägungen sind unbestritten, er aber bewahrt sich einen sezierenden Blick, mit dem er über die Selbstbetrachtungen der jüdischen Mentalität reflektiert.
Nie kommt man Philip Roth so nah, wie in diesem Interview!

Natürlich darf auch Zuckermann, sein durch viele Romane geisterndes Alter Ego nicht fehlen bei dieser Rückschau, und wir kommen auf unsere Kosten!
Mit ironischem und sarkastischem Witz ausgestattet, scharfzüngig und kritisch erlebt man Philip Roth so, wie man ihn aus seinen Büchern kennt.

Das Buch liest man ganz nebenbei als Ergänzung zu seinem Werk. Man kann es nur empfehlen!

Migliedermeinung

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