Der Argentinier

von

Novelle

104 Seiten (gebunden)
Haymon

Erscheinungsdatum: 16.02.2009

ISBN: 9783852185804

Rezension von

Verfasst am: 02.07.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Von der Liebe, den Träumen, dem Fernweh und liebevoller Erinnerung!

Seinen Spitznamen „Der Argentinier“ verdankt Lenas Großvater seinen Abenteuern in der Jugend. Nichts konnte ihn halten in seinem kleinen Schweizer Dorf, wo seine Liebste Amelie auf ihn wartet. Der zweite Weltkrieg und die zerrüttete Welt danach, die Sehnsucht nach der Ferne und der Tango haben es ihm angetan. So reist er nach Argentinien, und Amelie harrt seiner in der Gewissheit, dass er zurückkehren wird. Und er kommt zurück!
Nach gemeinsamer Wanderschaft lassen sie sich am See nieder und gründen eine kleine Familie. Er wird Schulmeister und viele fragen sich, warum er sich begnügt hat mit dem einfachen Leben. Ist es seine Amelie gewesen oder die Weisheit eines Seminarlehrers mit dem pädagogischen Credo:
„Erzählen und erzählen lassen,“—-schon damit lässt sich die Welt erfahren! Oder war es die Aussage: „dass es die Liebe von und zu den Menschen sei, die das wirkliche Leben als einzigen Adelstitel zu vergeben habe?“ Oder hat ihn gar der Heuschnupfen in die alte Welt zurückgeführt?
Die zaghaft erinnerten Gedanken der Enkelin machen den Reiz der Novelle aus. In kleinen Szenen und liebevollen Erinnerungen geht Lena anlässlich eines Klassentreffens auf die Wünsche eines Schulgefährten ein, der so gerne einen Großvater erlebt hätte, nun aber mit den Erzählungen Lenas über den Ihrigen vorlieb nehmen muss.
Geheimnisvolle Fantasien um den Großvater, der als legendärer Tangotänzer gilt, zeigen die große Welt, die auch im Kleinen waltet.

Aus Sehnsucht, Hoffnung, Träumen und dem ganz gewöhnlichen Alltag ist die kurze aber sprachlich delikate Erzählung ersonnen. In dem Stück Prosa steckt eine ganze Welt! Familiengeheimnisse, Abenteuerlust und die Weisheit innerer Einkehr neben den verwischten Momentaufnahmen aus Johann Zeiters Leben bieten den Glanz und die Melancholie des Abschieds und den Abriss eines ganzen Lebens.

Die feine Poesie nimmt gefangen und ist tröstlich, aufschlussreich und weise in einem!
Die zarten, empfindsamen und passenden Zeichnungen des Malers Heinz Egger steigern noch den Wert der vortrefflichen Erzählung.
Dieses kleine aber feine Buch kann man uneingeschränkt empfehlen!

Migliedermeinung

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