Älterwerden für Anfänger

von

Sachbuch

288 Seiten (gebunden)
Rowohlt

Erscheinungsdatum: 17.07.2009

ISBN: 9783498032319

Rezension von

Verfasst am: 16.07.2009

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Älterwerden als Chance für ein erfülltes und neu bestimmtes Leben.

Mit seinem Buch „Älterwerden für Anfänger“ schließt der Autor Mathias Irle eine Lücke im weit gefächerten Sammelsurium von Halbwissen, Wissen und Geflüster unter Betroffenen und Angehörigen über das Altern.

Im ersten Teil des Buches erscheinen die Ausführungen von M. Irle noch recht populärwissenschaftlich. Über die demographische Entwicklung ist man orientiert, und über die physischen Vorgänge des Körpers in Anpassung oder Abwehr beim Prozess des Alterns wird häufig in einschlägigen Medien nachgedacht und diskutiert.

Je weiter man sich in die Lektüre der vorliegenden Studie vertieft, desto interessierter folgt man den Angaben über die Hirnentwicklung und den Einfluss desselben auf unser Gedächtnis. Hiernach wird die Persönlichkeitsentwicklung vom autobiographischen Gedächtnis beeinflusst. Mit der Feststellung, dass es Veränderungen gibt, die unsere Identitätsbildung befruchten und beherrschen, steigt der Autor in die Hirnforschung ein, die zu erstaunlichen Erkenntnissen führt. Das neue Forschungsgebiet über die Vorgänge im Hirn führt auch zu veränderten Beurteilungen bei der Bestimmung gewisser Eigenheiten im Alter.
Verhalten, Wahrnehmung und die erinnerte Wirklichkeit erfahren einen Wandel, der mit zunehmendem Alter einen Wechsel in der Selbstwahrnehmung bewirkt. Das Gehirn passt sich den Neuerungen im Wandel der Reifung an, so dass Erinnerungen nach neuesten Einsichten eine jeweils andere Färbung erhalten. Wir hören, dass es eine einzige Wahrheit nicht gibt. Hervorgehoben wird wie überall die Bedeutung bestimmter Aktivitäten im Leben, die den Denkapparat lebendig halten. Soziale Kontakte, Sport und Betätigungen aller Art bieten den notwendigen Reiz, unser Gehirn und Verhalten zu trainieren.
Manche der beschriebenen Erfahrungen sind längst Allgemeingut im Wissen um das Alter, andere werden in differenziert Weise neu definiert.
Einzelne Aspekte der Abhandlung befassen sich mit Themen wie der Liebe, mit Freundschaften, mit der Kommunikationsfähigkeit und damit, wie man ganz allgemein mit Veränderungen umgeht. Die Vorstellung, dass man im Alter einen ruhigen und gleich bleibenden Status erreicht hat, der einem nichts mehr abverlangt, ist nach dieser Lektüre höchst irrig! Nach Aussagen des Autors wird im Gegenteil Flexibilität, Mobilität und Anpassung immer neu gefordert.
Hier wird das Altern als Herausforderung betrachtet, mit der man sich durchaus zur rechten Zeit auseinandersetzen muss.
Wir werden heute mehrheitlich sehr viel älter als unsere Vorfahren, so dass ein Umdenken für die letzten Altersphasen und ständig neues Handeln gefragt ist.

Die Einführung in die Altersproblematik ist hervorragend konzipiert und durchgeführt. Der Autor ist Journalist und Psychotherapeut, so dass seine Ausführungen aus eigener Anschauung in der Praxis resultieren.

Migliedermeinung

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