Submarino

von

Roman

Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob

380 Seiten (gebunden)
Tropen

Erscheinungsdatum: 31.08.2009

ISBN: 9783608501056

Rezension von

Verfasst am: 02.08.2009

Bewertung:

  • 3/5 Sterne.

Die Geschichte findet ihren Anfang in der Erinnerung an einen Bruder, den man verloren hat und nie wieder finden kann, weil er für immer gegangen ist.

Schon mit diesem Prolog wird klar, dass man hier nichts von einer heilen Welt voller Friede, Freude und Eierkuchen lesen wird, sondern von Menschen, die zu ertrinken drohen und nur mit Mühe den Kopf über Wasser halten können.

Wie auch Nick, ein Bodybuilder – sofern dies als Berufsbezeichnung gelten kann – und Exhäftling in der kalten grauen Welt des Stadtrandes von Kopenhagen. Nickt, der von so vielen Menschen verfolgt wird, sodass er viel zu wenig Schlaf, aber dafür viel zu viel Hasch, Alkohol und polnische, griechische,… Zigaretten bekommt.

Und dennoch mag es ihm nie gelingen, vor der Vergangenheit weg zu laufen, egal wie viele Kilometer er pro Tag zurück legt und wie durchnässt er in sein kleines Zimmer in einem heruntergekommenen Wohnheim zurück kommt.

Dort besuchen sie ihn beinahe täglich, die Geister seiner Vergangenheit – Gesichter, die an der Decke schweben, sich neben ihm ins Bett legen und ihn an vieles erinnern, was er eigentlich vergessen möchte; an seine Mutter, seinen kleinen namenlosen Bruder, an Ana…..

Aber auch während des Tages steckt sein Leben voller Begegnungen. So ist da etwa Sofie, seine alkoholsüchtige Nachbarin und Mutter des kleinen Tobias, der bei seinem Vater wohnt oder Ivan, der kleine Bruder von Ana, Nicks geliebter Ana, der nun auf der Straße lebt.

Und auf der anderen Seite ist da Nicks älterer Bruder, ein alleinerziehender, drogensüchtiger Vater. Vater des kleinen Michaels, den er niemals verlieren möchte und weshalb er immer mit einer großen Angst lebt.

Gemeinsam verbindet Nick und seinen Bruder, die Vergangenheit. Und sie ist es auch, die sie eines Tages einholt – als ihre Mutter stirbt – ihnen für einen Moment die Hoffnung auf einen Neuanfang schenkt, bevor das Leben wieder über beide einstürzt.

Das Buch liest sich wie Tagebücher unterschiedlicher Personen – 2er Brüder, die mit ihrem Schicksal leben (müssen) und deren Leben immer wieder mit anderen zusammenprallen.

Mir scheint ob der düsteren Schilderungen, der scheinbar verlorenen Protagonisten und der ebenso einsamen Randgestalten, dass niemals die Sonne über Dänemark scheint, sondern beständig dichte Regentropfen auf Kopenhagen niederprasseln und versuchen, etwas wegzuwaschen, vor dem man doch nie weglaufen kann.

Insgesamt ein düsteres, verworrenes Buch, voller Zeit- und Raumsprüngen, dem man sich nur mit Bedacht annähern sollte, bevor man hineingezogen wird, in eine verworrene düstere Welt in Kopenhagen.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (7):

  • 3.4286/5 Sterne.

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