19 Minuten

von

Roman

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

480 Seiten (gebunden)
Piper Verlag

Erscheinungsdatum: 27.02.2008

ISBN: 9783492050807

Rezension von

Verfasst am: 02.08.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Es fällt schwer, über dieses Buch eine Rezension zu verfassen, denn es beschäftigt sich nicht nur mit einer schrecklichen Tat, sondern polarisiert Menschen auf der ganzen Welt. Nachfolgend findet man meine persönlichen Eindrücke zu diesem Buch, die vielleicht nicht die Qualität besitzen, die dem Buch gerecht werden würden:

Die Autorin Jodie Picoult beschreibt in diesem fiktiven Roman eine Tragödie.:
Peter Houghton ist ein Außenseiter und fühlt sich/wird durch seine Mitschüler schon seit seinem ersten Schultag an gehänselt. Er fühlt sich von Kindesbeinen an missverstanden. Ein Gefühl, das sich in unbändige Wut gipfelt, die ihn veranlasst, mit vier Waffen in die Sterling High School zu gehen, um auf die zuvor auserwählten und die anderen Mitschüler zu schießen.

“Schon” nach 19 Minuten ist diese Bluttat vorbei. Doch der Schüler-Amoklauf bricht wie ein Tsunami über so viele Menschen herein, sodass nach 19 Minuten längst noch nicht alles vorbei ist, sondern vieles gerade erst angefangen hat.

Mit viel Gespür führt Jodie Picoult alle Protagonisten in die Geschichte ein. Sie beschränkt sich so nicht nur auf die 19 Minuten dauernde Bluttat, sondern beleuchtet auch die Kindheit des Attentäters und zeigt auf, wie das Leben so vieler Menschen auf solch unterschiedlicher Weise verknüpft war und nun durch diese schreckliche Tat neu verbunden ist.

Der Leser bekommt somit nicht nur Einblick in die Psyche des Täters, sondern erfährt die Erlebnisse und all ihre Zusammenhänge aus mehreren Perspektiven vieler einzelner Protagonisten. Unter anderem sind da auch noch Peters Eltern, Lacy und Lewis Houghton, welche alle Momente der Vergangenheit auseinander nehmen um zu begreifen, wo alles ihren Anfang genommen hat. Und dann wäre da auch noch Alex, Josie Cormiers Mutter, die als Richterin das Urteil über Peter zu fällen hat, was sich mehr und mehr als schweres Unterfangen entpuppt. Denn wie soll es jemanden gelingen, noch objektiv zu bleiben, wenn die eigene Tochter beinahe selbst zum Opfer geworden wäre, wenn einzig und alleine scheinbar nur zwei Worte – “leben lassen” – darüber entschieden haben, dass Josie noch lebt.
Natürlich wird die Geschichte auch aus der Perspektive von Josie erzählt, jenem Mädchen, das soviel verloren hat – unter anderem ihrer Erinnerung. Oder kann sie sich sogar noch an etwas erinnern?

Kurzum das Buch hat viel Tiefgang und die Worte der Autorin klingen noch nach, wenn man das Buch längst wieder ausgelesen zur Seite gelegt hat. So sorgt gerade die Tatsache, dass die Geschichte so beängstigend realistisch ist (einzig und allein das Ende kommt Hollywood nahe), für eine unangenehme Gänsehaut.

An dieses Buch ging ich in 19 Minuten-Schritten heran, nicht etwa, weil es mir besonders passend erschien, sondern weil es genau jener Zeitraum ist, den ich jeden Tag zweimal in öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin.
Und gerade diese zeitlich begrenzte Lesemöglichkeit half mir durch das Buch. Denn man sollte sich doch etwas Zeit nehmen, um den Kloß wieder vergehen zu lassen und auch um das Gefühl der Gänsehaut nicht mehr länger zu spüren.
Vielleicht ist es kein Buch für die späten Abend- oder gemütliche Lesestunden, insgesamt ist aber ein sehr lesenswertes Stück Literatur.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

  • 5.0000/5 Sterne.

Leserbewertung (103):

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