Nick ist ein Ex-Knacki, lebt am Stadtrand von Kopenhagen in einem Wohnheim. Er trinkt gerne zuviel Bier und ist trainiert täglich in einem Fitnessstudio seine Muskeln. Sein Bruder ist ein Heroin-Junkie und Vater des 5-jährigen Martin. Die Straße hat den Brüdern eine harte Sprache beigebracht, dennoch wollen sie beide ein besseres Leben, für sich und für ihre ´Schützlinge´- Ivan und Martin. Jonas T. Bengtsson beschreibt das Leben zweier Männer, die sich in ihrer Kindheit schon alleine durchschlagen mussten und dies als Erwachsene immer noch tun müssen.
Jonas T. Bengtsson hat seinen Roman in Prolog, die Abschnitte „Ivan“ und „Martin“ und einen Epilog unterteilt. Es ist sicherlich gewollt, das die Abschnitte nicht den Namen des Handelnden tragen, sondern der Personen, die am meisten Hilfe von den Brüdern benötigen.
Bei der Gestaltung der Kapitel ist die Formatierung nicht besonders gelungen. Meiner Meinung nach stört es das Auge, wenn ein Kapitel wegen drei Zeilen noch auf derselben Seite anfängt auf der das vorige endet.
Die Farbgestaltung des Covers spiegelt das Wesen des Buches wider. Kalte Farben und das Bild eines jungen Mannes, der allein und geschwächt scheint, stellen die traurig lethargische Grundstimmung des Romanes dar. Der Klappentext ist gut geschrieben, trifft aber meiner Meinung nach den Inhalt des Buches nicht ganz.
Der Schreibstil von Jonas T. Bengtsson ist durch kurze Sätze geprägt. Er benutzt kaum Nebensätze, schreibt fast nur Hauptsätze. Dadurch liest sich der Roman etwas abgehackt, wirkt statisch, was dem Inhalt des Buches jedoch förderlich ist. Es symbolisiert ein eintöniges Leben, in dem nicht die Kleinigkeiten zählen, sondern das reine Überleben. Auch die Wiederholungen im Text bestätigen diesen Eindruck. So geht Nick zum Beispiel jeden Tag dieselben Wege. Zusätzlich trägt dieser Schreibstil dazu bei, dass für den Leser das Leben der Brüder wie in einer Art Stummfilm in abgehackten Szenen abläuft. Als wären Nick und sein älterer Bruder nicht selbst Herr über das Geschehen.
Der Text ist nicht chronologisch, sondern von Sequenzen aus der Vergangenheit unterbrochen. Anfangs ist dies verwirrend, aber der Leser findet sich schnell in den Rhythmus des Autors ein und versteht die Zusammenhänge.
Das Buch „Submarino“ von Jonas T. Bengtsson ist schockierend realistisch und zieht den Leser in eine Welt, vor der die meisten Menschen die Augen verschließen. Dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert und ich persönlich freue mich jetzt bereits auf die Verfilmung von Thomas Vinterberg („Das Fest“).
