Die Liebe einer Frau

von

Liebesroman

Aus dem Französischen von Leon Scholsky

192 Seiten (gebunden)
Schirmer Graf

Erscheinungsdatum: 22.07.2009

ISBN: 9783865550699

Rezension von

Verfasst am: 07.08.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Hommage an die unvergängliche Liebe!

Mysteriös und sehr traurig beginnt die Geschichte von einem Mann, der die Liebe beschwört und die Melancholie über ihre Vergänglichkeit in jedem seiner Worte anklingen lässt.

Er will von Flughafen Paris aus nach Caracas fliegen, kehrt um und fährt wie magisch angezogen nach Paris zurück. Beim Aussteigen aus dem Taxi stößt Michel auf eine Frau, der dabei alle Einkäufe aus der Hand fallen. Sie hat wunderschöne weiße Haare, entschuldigt sich, gibt ihm auf seine Bitten noch ihre Adresse und verschwindet.
Hemmungslos verwirrt sucht Michel daraufhin die Nähe der Frau, die er aus dem Taxi kommend angerempelt hat. Sie macht kein Hehl daraus, dass ihr Leben nach dem kürzlich erfolgten Unfall ihres Ehemannes und dem Tod ihres Kindes den Sinn verloren hat. Auch Michel hat Kummer, denn seine Liebste ist krank. Sie wird sterben, und er fühlt sich ohne sie als ein Nichts! Kurz vor ihrem Ende haben sie sich getrennt, unfähig, den Abschied in Kummer und Sorgen zu ertragen.

Zwei betrübte Geister suchen Schutz und Nähe und sind und bleiben von ihrer Trauer gezeichnet.

In kurzen Szenen versinkt Michel in Trauer, Schweigen und Verzweiflung. Er lernt einen Dompteur kennen, der mit einem rosa Pudel und Schimpansen im Varieté auftritt. Trostlos erscheint auch dieses Milieu. Was wollen die beiden Männer von einander, die sich fremd und in ihrer Trauer doch ähnlich sind? Michel sucht sein Ebenbild im Spiegel, weiß nicht mehr wie und wer er ist. Er gerät durch Lydia, die Bekanntschaft der Nacht, in die Kreise russisch-jüdischer Emigranten und man erlebt clowneske Begegnungen und verwirrende Gespräche, die um die wahre Liebe kreisen.

Gary hat die Liebe in verschiedenen Tonarten hier besungen: betrübt, himmlisch, begeisternd, unzerstörbar und doch vom Ende bedroht. Mit Sätzen wie diesen:. „Die Freude eines Kindes oder die Zärtlichkeit eines Paares leuchten für alle, sie sind immer ein Platz an der Sonne. Und ein Verzweifelter aus Liebe, der an der Liebe verzweifelt, ist ein recht seltsamer Widerspruch“… ruft er den Zauber des Glücks herbei.

Als Vorbild für das unglückliche Ende einer Liebe kann die eigene Verbindung des Autors mit Jean Seberg gelten: Romain Gary und die Schauspielerin waren von 1962 bis 1970 ein Paar und nahmen sich im kurzen Zeitabstand von eineinhalb Jahren nacheinander das Leben. Er hat den Zusammenhang seiner Protagonisten mit sich und Jean Seberg zwar verneint. Der alternde Beau, weltgewandte Diplomat und Draufgänger und die blutjunge Frau suchten seiner Zeit Erfüllung beieinander: Zärtlichkeit und Fürsorge von seiner und Schutzbedürftigkeit von ihrer Seite, wie sie sich in den Fotos spiegeln, fanden zu einer glücklichen Symbiose, die schlussendlich an der Realität zerbrach.

Romain Garys Erzählung handelt von der Liebe, die für ewig gelten soll, und deren Untergang man nicht überleben kann.
Wie es im Einband heißt: es geht um den existenziellen Wert der Liebe, an den Gary fest glaubte, und dem er über alle Zeitströmungen hinweg das Hohelied sang.
Nach seinem Buch gab es einen Film von Jean Luc Godard, in dem Romy Schneider und Ives Montand die Hauptrollen spielen.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

  • 5.0000/5 Sterne.

Leserbewertung (0):

  • Momentan 0/5 Sterne.

Ihre Bewertung:

  • Momentan 0/5 Sterne.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5