Mit dem schwarzen Hund leben

von

literarische Biographie

Aus dem Englischen von Thomas Lindquist, Sabine Müller

80 Seiten (gebunden)
Kunstmann

Erscheinungsdatum: 01.09.2009

ISBN: 9783888975943

Rezension von

Verfasst am: 27.08.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Was tun, wenn ein Angehöriger oder man selbst an einer Depression erkrankt?

Im Jahre 2008 erschien ein erster Band des Artdirektors und Designers Matthew Johnstone, in dem er seine Depression mit kurzen Texten und einprägsamen Bildern beschrieb.

Inzwischen hat er zusammen mit seiner Frau Ainsley ein weiteres Buch zum Thema erstellt, in dem es um die Angehörigen von Menschen geht, die an einer Depression erkrankt sind. Ainsley Johnstone zeigt in ihrer Einleitung, wie überraschend und quälend die ersten Schritte für sie waren, bis sie verstanden hat, was es mit der Depression ihres Mannes auf sich hat.

Nachweislich ist die Depression eine weit verbreitete Volkskrankheit. Doch nach wie vor grassiert auch die Meinung, man müsse sich „nur zusammenreißen“, dann gehen die Lethargie und das Unbehagen schon vorüber.

Die Verlegenheit und Bedrückung, ja Peinlichkeit, an einer Depression erkrankt zu sein, macht es Menschen schwer, über ihre Krankheit mit deren Begleiterscheinungen zu sprechen. Angehörige und Freunde sind oft hilflos in ihrem Begehren, dem Kranken, denn um eine Krankheit handelt es sich hier, mit den richtigen Worten und Taten zu helfen.

Das nun erschienene zweite Buch bietet Unterstützung und Hinweise für jene, die den Kranken zur Seite stehen möchten. Wie im ersten Buch wird mit der Bildgestaltung der Sinngehalt der geschriebenen Texte verdeutlicht.

Manches ist Wiederholung, z.B. wie sich die Depression zeigt.
Dieses Mal aber dreht es sich um die Reaktionen, mit denen man auf die äußere Vernachlässigung, die Müdigkeit oder die Wutanfälle reagieren könnte. Der schwarze Hund ist der stumme oder auch überwältigende Begleiter, der unter dem Stuhl, hinter der Tür oder unter dem Tisch lauert, und den Depressiven mit seinen Klauen bremst. Die Reaktionen der Helferinnen und Helfer auf den Kranken bedürfen der intensiven Selbstbeobachtung, damit sie nicht schädigend wirken. Da geht es um Geduld, freundliche Zuwendung, Akzeptanz, eventuelle Abmachungen und um mögliche Abgrenzungen, damit man von der Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes nicht angesteckt wird.

Das Buch ist ermunternd und hilfreich. Es wird nicht um die Krankheit herumgeredet, und es wird nichts beschönigt. Die Bilder zeigen anschaulich, wie es im Haus und Heim aussehen kann, wenn jemand mit einer Depression darin wohnt. Tröstliche Worte aber zeigen: auch der schwarze Hund kann verschwinden. Man kann ihn bekämpfen, mit ihm leben lernen und ihn vielleicht sogar besiegen!
Die Wege bis dahin sind vielfältig. Dass man Hilfe finden kann und Angehörige wichtig sind, das beweisen Matthew und Ainsley Johnstone im besten Sinne mit ihrem Gemeinschaftswerk.
Sogar die Arbeit an dem Buch konnte zu einem Gewinn für die Heilung werden.

Man sollte das Buch lesen und verschenken, wenn man im eigenen Umkreis von einer Depression erfährt,—wenn! Denn das bleibt das große Fragezeichen: wer bekennt sich und lässt es zu, über sich und diese unheimliche Krankheit zu sprechen?
Dieses Buch dient der Ermutigung dazu!

Migliedermeinung

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