Mängelexemplar

von

Roman

272 Seiten (gebunden)
S. Fischer Verlag

Erscheinungsdatum: 11.03.2009

ISBN: 9783100422057

Rezension von

Verfasst am: 31.08.2009

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Karo Herrmann verliert erst ihren Job bei einer Event-Management-Agentur, dann ihren Freund Philipp und letztlich ihre Nerven. Panik, Angst und Traurigkeit sind ihre neuen Begleiter. Aus der Depression helfen ihr bester Freund Nelson, ihre Mutter und ihre Psychotherapeutin Anette. So versucht Karo ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Das Buch ist genau wie Karo ein Mängelexemplar. Das Cover stellt zerknittertes Papier dar, mit einer Sicherheitsnadel zusammengehalten.
Der Roman beginnt mit einem Prolog, endet mit einem Epilog und dazwischen sind viele nicht nummerierte Kapitel und ein Jahr Depression. Karo Herrmann ist überdreht, gestresst und anstrengend, aber auch selbstironisch, gut gelaunt und kokett. Nachdem die 27-jährige ihren Job verloren hat, jobbt sie nun gelegentlich in einer Kneipe und lässt sich heimlich die Miete von der Oma überweisen. Mit ihrem Freund Philipp führt sie eigentlich schon keine Beziehung mehr, sondern bestreitet eher ein Ich-hab-mich-an-dich-gewöhnt-Verhältnis. Vieles läuft schief und ihr Körper nimmt ihr das übel. Und er zeigt es ihr. Mit einer Panikattacke einfach so. Das Monster Angst tritt schreiend in Karos Leben, um sie zu rütteln und ihr zu sagen, dass da etwas schief läuft. Wie ein kleines Kind muss sie wieder bei ihrer Mutter einziehen, bekommt Tabletten und muss auf ein neues Leben lernen, wie früher das Laufen.

Sarah Kuttner beschreibt kindlich umgangssprachlich mit viel Wortwitz ein Jahr in Karos Leben. Sämtlichen Objekten und Zuständen haucht sie Leben ein. Metaphernreich und mit einem unerschöpflichen Pott an Neologismen wie Kopfkirmes oder teenageresk versüßt sie dem Lesenden die Lektüre.

Ein rasanter Lesespaß für jeden, der die Sprache einer mediengeprägten Jugend versteht. Sarah Kuttner hat mit Mängelexemplar den Nerv der Zeit getroffen und beschreibt die Situation aller stressgeplagten Menschen und gibt Anreize die eigene Lebensart zu überdenken.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

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Leserbewertung (11):

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