Kalter Süden

von

Kriminalroman

Aus dem Schwedischen von Anne Bubenzer, Dagmar Lendt

528 Seiten (gebunden)
Ullstein

Erscheinungsdatum: 14.08.2009

ISBN: 9783550087516

Rezension von

Verfasst am: 11.09.2009

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Es hätte spannender und mitreißender sein dürfen

Der ehemalige Eishockey-Star Sebastian Söderström kommt samt Familie bei einem Raubüberfall in seiner Villa in Marbella ums Leben. Die Journalistin Annika Bengtzon wird an die Costa del Sol geschickt, um darüber zu berichten. Die spanische Polizei legt den Fall zügig ad acta, als ein LKW, in dem sich ein Großteil der Beute aus dem Einbruch befindet und zwei Männer tot im Fahrerhaus liegen, aufgefunden wird. Annika Bengtzon gibt sich damit aber nicht zufrieden, denn wo ist die restliche Beute und Söderströms Tochter aus erster Ehe, die sich zum Zeitpunkt des Einbruchs nicht im Haus aufhielt?

Es war der erste Kriminalroman, den ich von Liza Marklund gelesen habe und ich hatte mir doch ein wenig mehr davon versprochen. Normalerweise ist es für mich kein Problem mitten in einer Krimireihe einzusteigen, aber hier ist es mir nicht gelungen. Es wäre besser gewesen, wenn ich den direkten Vorgänger „Lebenslänglich“ zuerst gelesen hätte und erst dann die Fortsetzung „Kalter Süden“, denn ich tat mich schwer damit die Personen aus dem vorherigen Fall auseinander halten zu können. Ich wusste auch nie, was damals genau geschehen war und es las sich alles sehr verworren. Über kleine Andeutungen kann man hinweglesen, aber die Geschehnisse zogen doch größere Konsequenzen nach sich.

Die Figur der Annika Bengtzon konnte mich nicht richtig überzeugen und Sympathien für sie blieben auch aus. Da ist mir Dan Turèlls namenloser Journalist um einiges lieber, wenn er der Polizei bei ihrer Ermittlungsarbeit half. Außerdem steht sie und ihre Arbeit, bzw. Privatleben gewaltig im Vordergrund und der Fall an sich rückt in den Hintergrund. Dies ist vielleicht der Grund, weshalb der Schwung fehlte und die Geschichte nicht so spannend und mitreißend war, wie sie hätte sein können und ich nicht in ihren Bann gezogen wurde. Ich war manchmal erstaunt, dass die schwedischen Polizisten in Spanien so bereitwillig Auskunft gaben und mit anscheinbar nichts hinter dem Berg hielten. In der normalen Bevölkerung kommen Journalisten oftmals an andere Informationen als die Ermittler, weil manche Leute lieber mit ihnen als mit der Polizei reden und können somit zur Klärung des Falls beitragen.

An dem Schreibstil habe ich nichts auszusetzen und das Buch las ich auch innerhalb kürzester Zeit durch. Vielleicht lag es wirklich nur daran, dass ich den vorherigen Band nicht kenne und es mir dadurch schwer fällt diesen richtig beurteilen zu können. Ansonsten hätte er mich bestimmt begeistern können, aber so würde ich ihn nicht unbedingt weiterempfehlen.

Für Marklund-Fans wird der Krimi ein Muß sein und allen anderen empfehle ich zuerst „Lebenslänglich“ zu lesen und sich dann „Einem Platz an der Sonne“ zuzuwenden.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (8):

  • 3.7500/5 Sterne.

Leserbewertung (1):

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