Frau Ella und Sascha lernen sich gezwungener Maßen im Krankenhaus kennen: Beide werden oder sollen am Auge operiert werden. Doch alles kommt anders: Eines Tages wacht Frau Ella in einer fremden Wohnung auf…
Erzählstil:
Beckerhoff schreibt oft sehr doppeldeutig, bevor er die wahre Bedeutung im Satz hinterher schiebt. Ihm ist es anscheinend sehr wichtig, den deutschen Sprachgebrauch mehr auszuleben und den Leser an längst vergangene Gesichtspunkte zu erinnern. Zeitweilig ist das sehr mühselig, doch wer seinen Kopf ein bisschen mehr anstrengt, kann auch dem noch folgen. Weiterhin gebraucht er viele umgangssprachliche Begriffe, die selbst die Jungend von heute überlegen lässt.
Meine Meinung:
Die Grundidee zu diesem Roman ist wundervoll: Ein unüberwindbarer Generationenkonflikt steht schon lange im Raum. Die Alten können nicht mit den Jungen, die Jungen wollen nicht mit den Alten. Doch hier muss Sascha sich mit der neuen Situation auseinandersetzen, dass er jetzt Frau Ella beherbergt. Sie liefern sich Wettkämpfe im Eierkochen und machen dem jeweils anderen eine Freude. Das Buch zeigt, dass man sehr wohl mit der jeweils anderen Generation zurecht kommen kann, wenn man ein Stück von sich selbst gibt und lernt, den anderen so zu nehmen, wie er ist. Die Doppeldeutigkeit mancher Wörter, und seien sie auch noch so abgehoben, beeindruckten mich zum Teil. Sascha, die Hauptfigur fängt an, mehr von sich zu geben und gibt seine schlechte Launen dafür auf. Frau Ella ist darauf bedacht, Sascha glücklich zu machen: Sie möchte ihn wieder mit seiner Freundin zusammen bringen. Ein Stück Geschichte verbindet sich mit jemanden, der seinen Weg noch finden muss. Auch dieser Konflikt wird wunderbar beleuchtet. So einfach hat eigentlich niemand, wie hier treffend dargelegt wird.
Das Ende ist wiederum sehr offen. Für meinen Geschmack lässt Beckerhoff den Leser plötzlich im Regen stehen. Einige Gesichtspunkte sind zwar noch nicht geklärt, doch ich glaube, dass man, wenn man das Buch noch einmal liest, doch alles versteht. Beckerhoff hat mit seinem Romandebüt zwar alles richtig gemacht, doch die Feinheiten fehlen noch etwas. Die Absätze waren teilweise doch etwas lang und langatmig, doch diese wurden wieder von spannenden Dialogen abgelöst.
Fazit:
Ein interessantes Romandebüt, dass uns zeigt, dass man auch mit dem anderen kann, egal wie alt. Wir müssen uns nur öffnen, die Hektik des Alltags nicht überbewerten, sondern einfach mal abspringen vom fahrenden Zug der Zeit. Beckerhoff schreibt außergewöhnlich, doch die Feinheiten stimmen noch nicht ganz.
