Kap der Finsternis

von

Thriller

Aus dem Englischen von Jürgen Bürger, Peter Torberg

359 Seiten (gebunden)
Tropen

Erscheinungsdatum: 10.03.2009

ISBN: 9783608502022

Rezension von

Verfasst am: 29.09.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Jack Burn ist als Joe Hill mit seiner Familie aus den USA geflohen und in Kapstadt untergekommen. Dort wird er eines Abends von zwei Einheimischen am Esstisch überfallen. Kurzerhand fällt er in alte Muster zurück und tötet die Beiden ohne mit der Wimper zu zucken. Ein Wachmann beobachtet den Vorfall. Und plötzlich ist der korrupte Polizist, der das Viertel unter Kontrolle hat, dabei, diesen Mordfall aufzudecken…

Erzähl-/Schreibstil:

Smith schreibt hautnah an den Straßengangs, die einzelnen Geschichten, weswegen die Charaktere in Beziehung zueinander stehen, und schildert die Verhältnisse in den Cape Flats sehr genau und eingehend. Dabei kümmert es ihn wenig, dass der Leser die Story mitverfolgt. Es ist, als erzähle Smith Autobiografien, vermischt mit dem Mord an den beiden Halbstarken. Dabei wirken seine Ausführungen sehr authentisch, vor allem, da er selber in Kapstadt lebt.

Meine Meinung:

Ich bin auf das Buch durch eine Leseprobe gestoßen, die genau dort abbrach, als Burn mit den Leichen im Wagen in eine Verkehrskontrolle geriet. Natürlich war dies ein Aufhänger, mehr lesen zu wollen. Endlich habe ich es nun geschafft, Smith zu lesen und wurde nicht enttäuscht! Ich bin begeistert!
Smith brachte mir Kapstadt nahe wie kein anderer, doch er zeigte nicht die schönen Seiten, sondern schilderte die Armut, die unterschiedlichen Rassen bzw. Herkunftsorte. Es gab keine sympathischen Personen in diesem Buch und hinterher wollten alle nur noch den Tod von Gatsby, dem korrupten Bullen, der überhaupt keinen Charakter zu haben schien. Er war vielmehr ein Fanatiker Gottes und verbreitete Angst und Schrecken. Dadurch wirkte die Geschichte noch echter und das Ende war der Höhepunkt, der sehr verständlich war und die Geschichte schlüssig abrundete. Smith hat hier in einfachen Worten die Probleme Kapstadts erzählt. Der Unterschied schwarz und weiß, Zulus und Buren. Oft hat er Jungen wie auch Mädchen aus dem Slums Mischlinge genannt. Es klang abwertend, aber auch aufweckend. Vor allen Dingen, da dieses Buch pure Realität ist.
Wir in der westlichen Welt können uns jetzt zurück lehnen und ein neues Kapitel in einem neuen Buch aufschlagen und weiterleben wie bisher, doch in Kapstadt kann keiner sein Leben vom Slum in die Mittelschicht bringen. Außer, er wird Mitglied in einer Gang und treibt ein illegales Geschäft.

Fazit: Ein sehr brutales Buch und für Leser mit einer Affinität zu Liebesgeschichten oder schönen Enden sicher keine Empfehlung. Doch wer etwas wirklich realitätsnahes lesen möchte und das Risiko eingeht, wird belohnt werden. Der Preis hingegen von 21,90 € ist abschreckend und überteuert!

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (10):

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