Hatte mir mehr davon erhofft
Sieben Menschen waren brutal gequält und ermordet worden, bis ein Mann festgenommen und zum Tode verurteilt wurde. Nach anderthalb Jahren wird Detective Robert Hunter und sein neuer Partner an einen Tatort gerufen, an dem sie eine grausam entstelle Frauenleiche vorfinden. Im Nacken ist ein Kreuz mit zwei Querbalken eingeritzt, das Markenzeichen des Kruzifix-Killers. Wurde damals etwa ein Unschuldiger als Serienmörder abgestempelt?
Der Thriller war ganz ordentlich, aber noch nicht der große Hit. Ich hatte mir im Großen und Ganzen mehr davon erhofft und war schlussendlich ein wenig enttäuscht. Der Schreibstil wurde beibehalten, der mich anfangs dazu verleitet hatte die Geschichte lesen zu wollen und in Nullkommanix war ich auch am Ende angelangt. Allerdings war mir das Motiv der Morde nicht ganz einleuchtend und ich vermutete, dass etwas anderes dahinter stecken musste. Vorallem ist da auch die Frage nach der Körperkraft und mir ist es unverständlich, wie überhaupt keine Spuren hinterlassen werden konnten, wenn die Person nicht ganz in das Schema passt. Die Morde empfand ich außerdem als zu brutal und ich hätte sie einer anderen Person zugeschrieben. Die falsche Spur, die gelegt wurde, kam bei mir nicht so gut an, ich erachte sie als überflüssig und hätte mir gewünscht, dass die eigentliche Geschichte mehr in die Tiefe und in die Breite verfeinert worden wäre. Ich will nicht sagen, dass sie mir im Ganzen zu oberflächlich war, aber ich hatte manchmal das Gefühl, dass ein Vorgänger existieren würde, denn auf die ersten Morde wurde so gut wie gar nicht eingegangen und mir fehlte einfach ein Stück weit der Geschichte. Auch wurden immer mal wieder neue Personen eingeführt, was mich ermüdete. Meiner Meinung hat Chris Carter ein gutes Potenzial, aber an dem Aufbau und Wirkung der Geschichte hat er noch zu arbeiten.
Ein interessantes Buch für Zwischendurch, das aber keinen festen Platz in einer Büchersammlung innehaben wird.
