Rezension: Eisiges Blut

Inhalt:

Michael Wilde ist Fotojournalist und nimmt, am Tiefpunkt seiner persönlichen Krise, einen neuen Auftrag an: Am Südpol, genauer am Forschungsstützpunkt Point Adélie, winkt eine Reportage, für die er wie gemacht ist. Doch bei seinem ersten Tauchgang entdeckt er Erstaunliches. Erstaunliches, das sich bald in ein Mythos verwandelt.

Erzähl-/Schreibstil:

Masello verwendet viel Zeit darauf, dem Leser den Südpol und die verdammt kalten Umstände zu schildern. Immer wieder verweist er auf die vielen Hilfsmittel, auf die seine Protagonisten wider der Kälte, zugreifen müssen. Ich fühlte teilweise selber die Kälteschauer auf meiner Haut und fand es faszinierend, wie Masello einem ein so unbekanntes Terrain durch Worte näher bringen konnte. Allgemein ist Masello ein sehr sorgfältiger Schriftsteller und erzählt dem Leser alles, was er wissen muss. Außerdem scheint er gerne zu puzzeln: Häppchenweise erfährt man immer mehr, aber niemals zuviel! Ein ausgeklügeltes System, was den Leser anhält, weiterzuforschen und die Geschichte zusammen zu setzen.

Meine Meinung:

Stephenie Meyer und Michael Crichton? Warum vergleicht man ewig Schriftsteller mit Schriftsteller? Diese Vorgehensweise kann man doch genauso gut mit Melone und Zylinder machen – ein fragwürdiges Ergebnis.

Masello zeigt, dass er vielfach Drehbücher geschrieben hat und so sieht man, dass er viel Zeit auf Einzelheiten setzt. So überraschte es mich immer wieder, wie er mit den kleinsten Nebensächlichkeiten die Geschichte ummodeln kann. Ich konnte der Geschichte so wunderbar folgen und auch gleich eine (Aus)Musterung der Protagonisten durchführen und dabei einen wahrlich realen und moralisch festgelegten Helden entdecken: Den Journalisten Michael Wilde, der immer wieder nach seinen Idealen arbeitete und bei mir vollstes Verständnis für seine Taten erhielt.

Durch die zwei Handlungsstränge in der Geschichte, das 19. Jahrhundert und heute, verband Masello Vergangenheit und die Moderne auf wundersame Weise – doch die Mystik blieb nicht aus. So war das Leseerlebnis auf einer Seite sehr nüchtern und wissenschaftlich erwiesen geprägt und auf der anderen Seite gleich Fantasy, mehr schon Horror, gar Science Fiction. Ein Erlebnis, was sich vor allen Dingen im zweiten Teil des Buches niederschlug.

Die einzelnen Teile, die immer einen Titel für das Nachfolgende tragen, boten einen gut organisierten Strang, so dass Masello nichts vergessen hat. Ich vermisse keine einzige Information und fühle mich mit Mystik und Legenden auch nicht überhäuft – ein gesundes Maß an Vernunft und fragwürdigen Geschichten ist genau richtig getroffen.

Fazit:

Man sollte sich nicht an dem Kommentar der USA Today, die wahrlich nicht “irgendeine Zeitung” sein wird, orientieren, sondern alleine auf die Inhaltsangabe setzen. Von Masello, einem Meister der Erzählkunst und Könner auf seinem Gebiet wird man rund um die Geschichte von Michael Wilde nicht enttäuscht werden!

Verfasst von rebellyell666 am 03.10.2009.

 

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Verfasst von kleinfriedelchen am 11.01.2010.  Bewertung: 

  • 4/5 Sterne.

 

 

Bookreporter
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Buchinfos

Eisiges Blut

S. Fischer Verlag


Eisiges Blut

Thriller

Aus dem Amerikanischen von Maria Poets

640 Seiten (broschiert)
Fischer Taschenbuch

Erscheinungsdatum:
13.10.2009

ISBN: 9783596185191


Nutzerbewertung:
  • 5/5 Sterne.

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Der Autor

 

Robert Masello

 

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