Ich bin kein Serienkiller

von

Thriller

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

384 Seiten (broschiert)
Piper Verlag

Erscheinungsdatum: 23.09.2009

ISBN: 9783492701693

Rezension von

Verfasst am: 10.10.2009

Bewertung:

  • 2/5 Sterne.

Thema verfehlt, Mr. Wells!

Inhalt:

Gestatten: John Wayne Cleaver, Nachwuchsserienkiller. Doch im Begriff, immer nach seinen Regeln zu arbeiten, versucht John sein Monster im Innern eingesperrt zu lassen. Schafft er das tatsächlich?

Erzähl-/Schreibstil:

Teilweise sehr naiv und alltäglich beschreibt Dan Wells seinen Protagonisten John. Man nimmt ja eigentlich an, dass er sehr intelligent ist, aber das wird so oft leider nicht dar gestellt und zur Ausarbeitung gebracht. Teilweise schreibt Wells rasant mit vielen Gedankengängen, die auf einmal zu verfolgen versucht, dann wieder sehr gemächlich und gewissenhaft. Er arbeitet die Charaktere gar nicht bis zum Schluss aus und auch die Familienverhältnisse Johns sind sehr merkwürdig und nicht nachvollziehbar – hier fehlt noch die Empathie für die Charakterentwicklung.

Meine Meinung:

Von allem zu viel, von manchem zu wenig. Am Anfang des Buches erfährt man etwas über Jeffrey Dahmer und des Son of Sam, auch andere Serienkiller kommen zur Sprache, doch Wells schafft es gar nicht, John authentisch in Verbindung mit diesen zu bringen. Mir erschienen diese Anekdoten eher langweilig aus einem Fachbuch zitiert, um sie dem Leser dreimal warm gemacht zu präsentieren. Viele Thrillerautoren bedienen sich dieser Figuren, die es tatsächlich in all ihrer Schrecklichkeit gegeben hat, um dem Leser Taten und Vorgehensweisen von Serienkillern näher zu bringen. John Katzenbach gelingt dies, Wells leider überhaupt nicht. Ich dachte, Wells hätte eine Mauer zwischen seinem Protagonisten und diesen Fakten gebaut und eben die einzelnen Fäden der Vertrickung vergessen.

Weiterhin ist mir die Geschichte um den wahren Clayton-Killer schon viel zu sehr Horror, anstatt auf der normalen Ebene (Thriller, Krimi) weiter zu schreiben, verstrickt sich Wells in blutige Märchen. Das war mir zuviel des Guten und teilweise ging mir auch da schon die Puste aus. Weiterhin ist die Familiengeschichte von John vieeeel zu schnell abgehakt worden. Achja: Vater weg. Aus. Punkt. Ende.

Die Aufmachung des Buches (übrigens sehr ansprechend, wie ich doch finde) täuscht den potentiellen Leser ungemein. Er erwartet, so tat ich es, ein Profil eines Serienkillers im heranwachsenden Stadium und erfährt dann nur Nebensächlichkeiten.

Fazit:

Potential genug da, weiß Wells es gar nicht zu nutzen und strengt sich auch nicht an. Geschichtsstunde mit dem Thema Serienkiller bringt noch kein Verständnis fürs Buch auf und die Feinheiten der Charakterbearbeitung sind noch zu erlernen. Alles in allem ein Mangelhaft.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (4):

  • 3.7500/5 Sterne.

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