Erbarmen

von

Thriller

Aus dem Dänischen von Hannes Thiess

420 Seiten (Taschenbuch)
dtv premium

Erscheinungsdatum: 01.10.2009

ISBN: 9783423247511

Rezension von

Verfasst am: 03.11.2009

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Ein Augenblick, der weite Kreise zieht

Im März befindet sich die junge, aufstrebende Politikerin Merete Lynggaard zusammen mit ihrem behinderten Bruder Uffe auf dem Weg nach Berlin. Die See war ruhig, aber dennoch wird vermutet, dass Merete über Bord gegangen ist, als ihr Auto weiterhin auf dem Fährdeck steht und Uffe nach Tagen des Herumirrens auf der Insel Fehmarn aufgegriffen wird.
Als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und damit sie im Präsidium Carl Mørck aus dem Weg haben, wird er als Leiter des neu eingerichteten Sonderdezernats Q in den Keller verband. Er soll sich mit den nicht aufgeklärten Fällen beschäftigen, die ein spezielles Interesse in der Bevölkerung hergerufen haben. Sein erster Fall soll der von Merete Lynggaard sein, die seit fünf Jahren als vermisst gilt, aber deren Leiche nie gefunden wurde. Als Hilfskraft bekommt er den Syrer Hafez el-Assad zur Seite, der von der Polizeiarbeit keinen blassen Schimmer hat. Ob diese Konstellation einen Ermittlungserfolg verbuchen wird?

Es war der erste Roman den ich von Jussi Adler-Olsen gelesen habe und somit erst auf ihn aufmerksam wurde, aber mit Sicherheit wird es nicht der letzte gewesen sein und ich werde zuschauen, dass ich mir Ende des Monats den zweiten Fall von Carl Mørck besorge. Zeitsprüngen stehe ich oftmals skeptisch gegenüber, aber hier waren sie richtig gut gemacht und ich kam auch nicht nie durcheinander damit, an welchem Punkt der Geschichte ich stehe. Die Geschichte nimmt einen mit und lässt einen nicht kalt. Erst zum Schluß hin empfand ich es als richtig spannend, obwohl ich mit Interesse die Ermittlungsarbeit verfolgt habe, allerdings haben die Ermittler, die zuerst mit dem Fall betraut waren ganz schönen Mist gebaut und vieles außer Acht gelassen. Mußte wohl so sein, damit Carl Mørck jetzt ermitteln und Erfolge verbuchen konnte. Ansonsten liest sich der Schreibstil richtig gut – weder langweilig noch ermüdend und man möchte das Buch gar nicht aus den Händen legen. Genau das richtige für vergnügliche Lesestunden, wenn man in darin eintauchen und alles um sich herum vergessen will. Vorallem Assad, wie er meistens genannt wird, gibt dem Ganzen die richtige Würze. Aber auch Carl Mørck, der den Eindruck eines nicht ganz einfachen Zeitgenossens macht, kommt sympathisch und sehr menschlich rüber. Ein wenig enttäuscht war ich davon, dass es keine große Überraschung wurde, wer hinter der Entführung steckte. Erschreckend war wieviel Hass in dem jungen Mann loderte, den vermutlich die Mutter am meisten mit geschürt hat, denn Merete selber hatte nur einen Bruchteil Schuld an dem Unfall, verlor auch viel dabei, saß aber nicht selber am Steuer und konnte nicht vorhersehen, dass die Straße glatt ist. Die Geschichte ist ganz schön heftig und regt zum Nachdenken an.

Halbe Sterne kann man leider nicht vergeben und deshalb bekommt dieser Thriller von mir die höchste Bewertung. Die Geschichte hätte noch einen Deut besser sein müssen, aber für den Auftakt einer Reihe ist es genügend und rechne mit mehr für den zweiten Band. Gespannt darf man nach „Die Frau im Käfig“ auf „Die Fasanmörder“ ein.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (6):

  • 4.6667/5 Sterne.

Leserbewertung (1):

  • Momentan 5/5 Sterne.

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