Tod im Wochenendhaus
Um es gleich vorweg zu nehmen: In weißer Stille ist Inge Löhnigs zweiter Kriminalroman in der Serie mit Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort und hat mir noch besser gefallen als “Der Sünde Sold”. Doch worum geht es?
Das Buch beginnt mit einer Rückblende: Ein kleiner Junge, der sich im Keller eines Hauses versteckt hat und eine schwere Entscheidung treffen muss. Anschließend lernen wir Barbara – genannt Babs – und ihren Mann Alfred, einen Kinderarzt, kennen. Sie haben zusammen zwei Söhne und zwar Zwillinge. Kurz darauf geschieht ein Mord: In einem Wochenendhaus am Starnberger See findet Alfred seinen Vater, der früher ebenfalls Kinderarzt war, tot und an eine Heizung gefesselt auf.
Mal abgesehen davon, dass es anscheinend Eltern gibt, die ihre Kinder nach dem Alphabet benennen: Alfred, Bertram, Caroline… oder Palindrome schön finden: Alfreds Kinder heißen Leon und Noel, ist die Geschichte interessant geschrieben, sind die Figuren stark gezeichnet. Bereits von Anfang an, bröckelt die Fassade der vordergründig heilen Familie, von der Autorin deutlich gemacht durch Einschübe – teils nur einzelne Wörter, teils ganze Sätze – in Kursivschrift. Aber auch mit der Beziehung von Kommissar Dühnfort und seiner Freundin Agnes steht es nicht zum besten…
Gut gefallen haben mir die vielen falschen Fährten, die Frau Löhnig für den Leser auslegt und somit die Geschichte voran und die Spannung in die Höhe treibt. Auch sprachlich hat sich die Autorin meiner Meinung nach weiterentwickelt. Das Buch ‘lebt’ im wahrsten Sinne des Wortes durch Zitate. So stammt z. B. der Titel “In weißer Stille” aus Islandfischer von Pierre Loti und hat somit nichts mit unserer gegenwärtigen Wettersituation zu tun.
Dafür passt er jedoch umso besser zum Ende des Buches, welches ich hier nicht vorwegnehmen möchte. Nur so viel sei verraten, als dass es sich um einen Cliffhänger handelt, der hoffen lässt, dass die Reihe mit Kommissar Dühnfort fortgesetzt wird. Vielleicht sogar mit einer neuen Liebe? Alles hat seine Zeit.
Bereits mit ihrem Krimi-Debüt “Der Sünde Sold” gelang Inge Löhnig ein kleines Meisterwerk auf dem deutschen Autorenmarkt. Mit “In weißer Stille” kann sie das sogar noch toppen. Lediglich, dass mir ziemlich schnell klar war, wer der Täter ist, nämlich der kleine Junge aus dem Prolog, hat mein Lesevergnügen etwas getrübt.
Dennoch, ich bin begeistert! Aber Sie sollten sich unbedingt selber ein Urteil bilden…
Verfasst von subechto am 08.01.2010.
Ein gut durchdachter Krimi, der viele Wendungen hat und die Fantasie anregt. Das Motiv ist ausgefeilt. ...weiter
Verfasst von
Wolfgang Hovestädt
am 11.01.2010.
Bewertung:
Fesseln aus der Vergangenheit ...weiter
Verfasst von
Sylvia Wunsch
am 13.01.2010.
Bewertung:
...weiter
Verfasst von
goat
am 17.01.2010.
Bewertung:
Nachdem Kommissar Konstantin Dühnfort in „Der Sünde Sold“ ein beschauliches bayerisches Dorf vor einem christlich orientierten Mörder gerettet und dabei seine Traumfrau Agnes kennengelernt hat, ermittelt er nun erneut. ...weiter
Verfasst von
kleinfriedelchen
am 19.01.2010.
Bewertung:
Die Geheimnisse einer Familie ...weiter
Verfasst von
redfox
am 24.01.2010.
Bewertung:
War richtig lesenswert, aber mit kleinen Schwächen ...weiter
Verfasst von
stjerneskud
am 12.03.2010.
Bewertung:
Ein pensionierter Kinderarzt wird in seinem Wochenendhaus tot aufgefunden, er wurde mit Gürteln an einen Heizkörper gefesselt und seinem Schicksal überlassen - er verdurstete, bzw. verhungerte. ...weiter
Verfasst von
Stahlfixx
am 19.07.2010.
Bewertung:
448 Seiten (broschiert)
Ullstein Taschenbuch
Erscheinungsdatum:
15.01.2010
ISBN: 9783548268651
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