Rezension: Ich bin kein Serienkiller

Der fünfzehnjährige John ist anders als seine Mitschüler. Auch anders als die meisten Erwachsenen. Denn John hält sich für einen potentiellen Serienmörder. Dank seiner Soziopathie ist er nicht in der Lage, eine engere Bindung zu anderen Menschen einzugehen, was besonders seiner Mutter zu schaffen macht. Denn welche Mutter freut sich schon darüber, wenn ihr Sohn sich statt für Mädchen und Sport für Serienmörder und grausame Todesfälle interessiert? Der gerne mit Feuer spielt und Tiere quält? Der mit Feuereifer dabei ist, wenn es daran geht, der Mutter bei der Konservierung von Leichen zu helfen? So versucht sie, ihren Sohn durch den Gang zum Therapeuten zu helfen. Und indem sie ihm den Zugang zur Leichenhalle verwehrt.

Dass John auch von sich aus versucht, seine “böse” Seite zu unterdrücken, ahnt sie dabei nicht. John hat sich klare Regeln aufgestellt: beschäftige dich nie zu lange mit einer Person, beobachte sie nicht. Wenn doch, ignoriere sie für mindestens eine Woche. Sei freundlich und verteile Komplimente, wenn du davon fantasierst, jemanden zu erstechen.

Doch dann geschehen unerklärliche Morde in der Stadt und seine Faszination von Mördern wird noch weiter angeheizt. Denn John glaubt, als Einziger in der Lage zu sein, diesen Mörder zur Strecke zu bringen. Schließlich denkt er doch auch wie ein Serienkiller. Doch als er den Mörder entlarvt, stellt ihn das vor eine schwere Entscheidung. Eine Entscheidung, von der er fürchtet, dass sie ihn letztendlich zu dem machen könnte, was er mit aller Macht versucht, nicht zu werden: ein Mörder.

Dan Wells schildert glaubhaft den Charakter eines Jungen, der einfach anders ist und sich verzweifelt bemüht, nicht als anders aufzufallen. Der lernen muss, dass nicht seine düsteren Gedanken, sondern seine Handlungen ausschlaggebend sind für das, was er ist. Wells schafft es im Verlauf der Geschichte sogar, mir den Mörder sympathisch zu machen. Als Fan von Stephen King war es dabei für mich überhaupt kein Problem, dass der anfängliche Thriller ziemlich bald übernatürliche Züge annahm; im Gegenteil, dieser Umstand macht das Buch zu etwas Besonderem.

Dieses Jahr erscheint die Fortsetzung und ich bin schon gespannt, ob John es dann weiterhin schafft, das “Monster” in sich unter Kontrolle zu halten.

Verfasst von kleinfriedelchen am 11.01.2010.

 

Weitere Rezensionen:


Der 15jährige Teenager John Wayne Cleaver bezeichnet sich selbst als Freak, denn er ist anders als seine Mitschüler. Er hat keine Scheu vor dem Tod, im Gegenteil, er hilft liebend gern seiner Mutter und Tante im Beerdigungsinstitut beim Einbalsamieren der Leichen. Für Serienkiller hegt er eine besondere Faszination. ...weiter

Verfasst von Kerstin Thieme am 06.10.2009.  Bewertung: 

  • 4/5 Sterne.

Thema verfehlt, Mr. Wells! ...weiter

Verfasst von rebellyell666 am 10.10.2009.  Bewertung: 

  • 2/5 Sterne.

Jon Wayne Cleaver ist kein normaler 15 Jähriger, er wächst ohne Vater bei seiner Mutter auf, die mit ihrer Schwester ein Bestattungsunternehmen führt. John hilft dort gelegentlich und auch recht gerne beim Einbalsamieren der Toten. Er ist ein Einzelgänger und beschäftigt sich obsessiv mit Serienmördern. ...weiter

Verfasst von Stahlfixx am 21.01.2011.  Bewertung: 

  • 4/5 Sterne.

 

 

Bookreporter
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Buchinfos

Ich bin kein Serienkiller

Piper


Ich bin kein Serienkiller

Thriller

Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

384 Seiten (broschiert)
Piper Verlag

Erscheinungsdatum:
23.09.2009

ISBN: 9783492701693


Nutzerbewertung:
  • 5/5 Sterne.

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Der Autor

 

Dan Wells

 

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