Rezension: In weißer Stille

Fesseln aus der Vergangenheit

In dem Krimi “In weißer Stille” von Inge Löhnig geht es um die Aufklärung des Mordes an dem Kinderarzt a.D. Dr. Wolfram Heckeroth, der in seinem Ferienhaus am Starnberger See gefesselt an der Heizung qualvoll verdurstet ist.

Kommissar Dühnfort und sein Team stoßen bei ihren Ermittlungen auf ein dunkles Kapitel des pensionierten Arztes in Form von pikanten Fotos. Die ausnahmslos sehr jungen Mädchen liegen gefesselt in eindeutigen Posen auf dem Bett. War es Rache von einer dieser Frauen? Zu Anfang scheint es fast so zu sein. Aber nach und nach kommen noch mehr dunkle Geheimnisse der Familie ans Tageslicht.

In denen die drei Kinder des Arztes Albert Vaters “Kronprinz” der brav Vaters Praxis übernommen hat und dessen Erwartungen immer versucht hat zu erfüllen, um somit dessen Liebe und Aufmerksamkeit zu erlangen. Bertram, ein glückloser Architekt mit Geldproblem und schwarzes Schaf der Familie, da er seinem Vater des öfteren den Spiegel vorhält und diesen als großen Manipulator bezeichnet, und zu guter letzt Caroline, eine aufstrebende Betriebswirtin, die sich bis jetzt immer nur ihrer Karriere verpflichtet fühlte, eine immer größere Rolle spielen werden.

Caroline findet in dem Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter brisante Details ihres Lebens an der Seite ihres Mannes, eines egoistischen Machtmenschen. Bei den weiteren Ermittlungen beginnt langsam die ach so heile und mühsam aufrecht erhaltene Familienfassade der Heckeroths zu bröckeln. Als ein zweiter Mord getarnt als Selbstmord geschieht, beginnt die Situation sich zuzuspitzen. Mit einem überraschenden Ende und noch einer weiteren Entdeckung.

Diese stimmigen Beschreibungen der Szenen und auch der Emotionen der Personen werden in einer ruhigen Sprache und modernem Stil beschrieben. So kann sich langsam und kontinuierlich der Spannungsbogen aufbauen, und diesen Spannungsbogen schafft es die Autorin in brillanter Weise auch zu halten. Auch die vielen falschen Fährten und Wendungen, die von der Autorin gelegt werden, sind hervoragend in die Geschichte eingewebt. Die Figuren sind sehr sympathisch und man leidet auch in den privaten Dingen der Protagonisten mit.

Alles in Allem ein sehr guter solider Krimi, den es Spaß gemacht hat zu lesen, und ich hoffe, dass es noch viele mit dem sympathischen Ermittlern geben wird. Ich werde mir jedenfalls den ersten Band “Der Sünde Sold” auch noch besorgen.

Verfasst von Sylvia Wunsch am 13.01.2010.

 

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Bookreporter
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Buchinfos

In weißer Stille

Ullstein Verlag


In weißer Stille

Kriminalroman

448 Seiten (broschiert)
Ullstein Taschenbuch

Erscheinungsdatum:
15.01.2010

ISBN: 9783548268651


Nutzerbewertung:
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Die Autorin

 

Inge Löhnig

 

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