In “Krähengeschwätz” versammelt Sarah Kirsch lyrische Nachrichten aus den Jahren 1985 bis 1987 – Jahre, in denen die Anfang der Achtziger aus der DDR ausgewanderte Autorin sich gesellschaftlich engagiert. Getragen von kritischem Zeitbewusstsein entfaltet ihre Prosa eine gebrochene Bukolik. Und zugleich ist ihre persönliche Chronik von der Natur durchtränkt: “Triefende Nebellaken, schwarz blühendes Feiertagsgras, Kniekehlenküsse und Zittern” werden abgelöst von den herbstlichen Stürmen, dann “pfeift der nächste Orkan aufm Schlüssel ums Haus, die Wolken zerreißen sich und die Bäume küssen die Erde”.