Die Gräfin der Lüfte

von

Liebesroman

Aus dem Italienischen von Monika Köpfer

128 Seiten (gebunden)
Hoffmann und Campe

Erscheinungsdatum: 18.02.2010

ISBN: 9783455400403

Rezension von

Verfasst am: 02.03.2010

Bewertung:

  • 3/5 Sterne.

Alltägliches und anderes…
beschäftigt drei Schwestern, die in Cagliari auf Sardinien ein ehemals prächtiges Stadtschloss der Familie bewohnen. Inzwischen verarmt können sie das herunter gekommene Haus kaum noch halten. Der spät erworbene Adelstitel, der sie zu Gräfinnen machte, hilft ihnen auch nicht viel.

Die Älteste, Noemi, ist Richterin und droht, als alte Jungfer zu enden. Maddalena hat ihren Liebsten Salvatore geheiratet und frönt intensiv dem Liebesspiel, ohne dass sich der ersehnte Nachwuchs einstellen will. Die jüngste Schwester heißt im Scherz „Contessa mit den Ricottahänden,“ weil ihr aus Ungeschicklichkeit vieles zerbricht. Sie hat einen kleinen Sohn, auf den sie sehr aufpassen muss, denn er ist ein unglücklicher, kleiner Junge, der gerne wegläuft.

Bunt und farbenprächtig hört und sieht man das Leben in den Gassen vor sich, schaut auf das blaue Mittelmeer und betrachtet die Wohnungen der drei Schwestern, die jede mit eigenem Interesse und Geschmack eingerichtet sind. Gerne würden sie die verkauften Teile des Palastes zurückkaufen, doch es fehlt an Geld.
In einem munteren Plauderton erzählt die Autorin Milena Agus von den großen und kleinen Nöten der Schwestern, die sich, wie könnte es anders sein, um die Liebe dreht. Die drei Frauen kümmern sich um einander und nehmen regen Anteil am Geschick der jeweils anderen. Noemi ist auf Männersuche; Maddalena ist die sinnlich-fröhliche Gefährtin ihres Mannes Salvatore, die nie genug von der Liebe bekommen kann. Und die jüngste der Drei sieht zu, wie sie schlecht und recht durchs Leben kommt. Das tägliche Einerlei bestimmt die Handlung, das jedoch von heiterer Fröhlichkeit zeugt. Ein zerbrochener Scherbenhaufen aus altem Geschirr, ein Malergeselle, der um die älteste Schwester herumschwirrt, —viel mehr Ereignisse von Belang gibt es nicht. Und doch sind alle täglichen Missgeschicke oder vermeintlichen Glücksmomente bedeutsam für jeden. Selbst die traurigeren Ereignisse, wie der frühe Tod der Mutter, lassen keine trübe Stimmung aufkommen. Tata, die Kinderfrau und spätere Haushälterin der Familie, ergänzt die Geschichte, die sich um Liebe, Heirat und Verführung dreht.

Milena Agus beschreibt das stille Leben, das von den kleinen Alltagsereignissen lebt. Ihre Figuren sind schlicht und offen, gradlinig, spontan und warmherzig im Denken und Handeln. Wenn Milena Agus auch eine unterhaltsame Erzählerin ist, so bleibt das tägliche Einerlei ohne besondere Höhepunkte ein wenig blass. Sie ist eine junge, heitere und witzige Autorin, die sich gerne Familienbeziehungen zum Thema ihrer kurzen Romane wählt. Ihr Humor neigt den fröhlichen Seiten des Lebens zu.

Das liebevolle Leben in heiterer Gelassenheit herrscht vor, doch ist die Autorin mit diesem Roman hinter ihrem Temperament zurückgeblieben. Sex und Liebe, Nachbarschaft und Beziehungen alleine reichen nicht für eine gelungene Erzählung. Hoffen wir auf den nächsten Roman!

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

  • 3.0000/5 Sterne.

Leserbewertung (0):

  • Momentan 0/5 Sterne.

Ihre Bewertung:

  • Momentan 0/5 Sterne.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5