Alles in mir heißt: Du!

von ,

Briefwechsel

464 Seiten (gebunden)
Ammann Verlag

Erscheinungsdatum: 03.11.2009

ISBN: 9783250104384

Rezension von

Verfasst am: 03.03.2010

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Eine lange unerfüllt gebliebene Liebe!

Meinrad Inglin (1893-1971) und Bettina Inglin-Zweifel (1896-1969) lernten sich 1919 in Zürich kennen. Er begann seine Schriftstellerkarriere, und sie war angehende Musikerin. Auf den beigefügten Fotos und auf dem Umschlag sieht man eine mädchenhafte, hübsche Erscheinung und einen gut aussehenden jungen Mann.

Meinrad Inglin war früh verwaist und hat sich mit Hilfe einer Tante als Schriftsteller lange Jahre mühsam durchgeschlagen. Er ist in Deutschland wenig bekannt, da er sich heimischer Besonderheiten in seinen Romanen annahm.

Beide Partner waren sich zugetan, doch war ihre Beziehung von Beginn an heftigen Hindernissen ausgesetzt. Auf die finanzielle Hilfe seiner katholischen Tante war Meinrad angewiesen, und sie mochte einer Ehe mit einer protestantischen Frau nicht zustimmen. Bettinas Eltern waren ebenfalls strikt gegen eine Verbindung mit diesem Mann, der ihrer Tochter keine bürgerliche Existenz zusichern konnte. So bestand die Partnerschaft lange Jahre aus anhaltenden Trennungen, unter der besonders Bettina sehr gelitten hat. Der Briefwechsel besteht mehrheitlich aus ihren Briefen, die spontan, frisch und unverbogen von aufrichtiger Liebe zu ihm zeugen. Seine Briefe hingegen wirken eher etwas steif und konventionell.
Dass eine Partnerschaft erst nach zwanzig langen Jahren der Trennung in eine Ehe mündet, ist ungewöhnlich, und so sind auch die Briefe in ihrer Dringlichkeit der Sehnsucht von ihrer Seite ungewöhnlich. Sie war eine unverbildete Tochter aus gutem Hause, die sich mit ihrer Liebe zu dem spröden und introvertierten Mann eine schwere Bürde aufgeladen hat. Ihr sehnlicher Kinderwunsch musste unerfüllt bleiben, je länger die Zeit der unerfüllten Liebe währte. Die Briefe, die sie ihm schreibt, sind überschwänglich, anhänglich und schwärmerisch. Die geistige Basis der Beziehung basiert auf der gemeinsamen Lektüre und dem intellektuellen Austausch.
Dennoch klingen ihre Briefe nach immerwährender Erwartung auf das, was kommen mag und nach froher Lebensbejahung. Voller Lebensfreude spricht sie über die Natur und die Vögel und ergeht sich in fast poetischen Liebesgrüßen.
Nach dem Tod der Tante konnte im Februar 1939 endlich die so lang ersehnte Eheschließung folgen. Die Liebe blieb immer gleich stark, denn die beiden waren auch weiterhin zeitweise aus beruflichen Gründen getrennt.

Wer eine Biographie in Briefen mag und eine ungewöhnliche und reale Liebesgeschichte dazu, dem sei mit diesem Buch ein Gewinn versprochen!

Migliedermeinung

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