Rezension: Maria, ihm schmeckt's nicht!

Die Geschichten von der italienischen Sippe sind unterhaltsam, wenn auch nichts Außergewöhnliches.

Mit der Heirat einer halbitalienischen Frau heiratet der deutsche Ich-Erzähler gleich die gesamte italienische Sippe mit. Von der ersten angstvollen Begegnung mit den Schwiegereltern bis zu Urlauben in dem wunderschönen Italien (das nicht überall so wunderschön ist), bei denen er gleich auf dutzende Verwandte verschiedenster Temperamente trifft, erfährt der Leser so einiges über deutsch-italienische Gewohnheiten und Klischees. Im Mittelpunkt steht allerdings der italienische Schwiegervater Antonio, als Gastarbeiter vor Jahrzehnten nach Deutschland gekommen, der seine deutsche Sprachfähigkeit immer noch nicht einmal annährend perfektioniert hat. Sein starker italienischer Akzent wird von Jan Weiler sprachlich gut umgesetzt und sorgt immer wieder für lustige Anekdoten und Missverständnisse. Aber auch der Ich-Erzähler stößt in Italien aufgrund seiner geringen Italienisch-Kenntnisse auf Problemchen, die einem das Schmunzeln ins Gesicht treiben.

Das Buch ist spritzig und locker geschrieben, so dass man es zügig durchlesen kann. Der Anfang sowie das Ende sind gespickt mit witzigen Geschichten. Der Mittelteil hingegen ist, was den Humor betrifft, etwas enttäuschend. Der Leser erfährt hier die halbe Lebensgeschichte Antonios, durch die zwar eine warmherzige Sympathie mit dem älteren italienischen Mann erzeugt wird, die aber nicht an die vorhergehenden und folgenden Geschichten heranreicht. Möchte man vom Titel auf den Humorgehalt dieses Buches schließen, so erhofft man sich eine Art “Running Gag”, der das gesamte Buch durchzieht. Doch die “Titelgeschichte” wird einmal kurz erzählt und im Weiteren nur andeutungsweise erwähnt.
Das Buch zeigt auf humorvolle Art, wie stark doch die Mentalitäten von Deutschen und Italienern auseinander gehen; die Deutschen mit ihrer pessimistischen Schlechtwetterstimmung stehen den frohsinnigen und lebensleichten Italienern, in Personifizierung Antonios, gegenüber, die nur ihr eigenes Leben interessant finden, sich durch nichts entwürdigen lassen und aus jedem noch so schlechten Ereignis einen persönlichen, glücklichen Vorteil ziehen.

Ein empfehlenswertes, unterhaltsames Buch für zwischendurch, aber keins, was man unbedingt gelesen haben muss.
Aber vielleicht bin ich einfach auch nur typisch deutsch und lasse mich nicht so leicht zu Lachanfällen beim Lesen hinreißen :)

Verfasst von Katja Krause am 18.04.2007.

 

 

 

Bookreporter
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Buchinfos

Maria, ihm schmeckt's nicht!

Ullstein Buchverlage GmbH


Maria, ihm schmeckt's nicht!

Roman

280 Seiten (gebunden)
Ullstein

Erscheinungsdatum:
Oktober 2004

ISBN: 978-3550086151


Nutzerbewertung:
  • 3/5 Sterne.

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Der Autor

Jan Weiler

© Susanne Schleyer

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