Politische Missstände, persönliche Tragödien, die Ironie des Schicksals oder moralische Konflikte – das sind Themen, die Doris Lessing ein Leben lang beschäftigt haben. Die Geschichten in ihrem neuen Buch erzählen davon. Zum Beispiel vom ganz alltäglichen, subtilen Rassismus, dem sich ein junges schwarzes Mädchen in London gegenübersieht, als sie einem weißen Jungen aus einer reichen Familie begegnet. Oder von der engen Beziehung zweier Freundinnen, die so weit geht, dass zuerst die Männer von der Bildfläche verschwinden und sie dann eine Affäre mit dem Sohn der jeweils anderen beginnen. Aber auch von der unstillbaren Sehnsucht eines Vaters um sein „Kind der Liebe“, das in Kriegszeiten gezeugt wurde und das er nie mehr wiedersehen soll.