Ramiro wird eines Tages in das chinesische Viertel von Buenos Aires entführt. Im Gerichtsgebäude auf der Toilette hat er den vermeintlichen Barndstifter Li getroffen, der ihn als Geisel nimmt, um seinem ungerechten Schicksal nach der Verurteilung zu entfliehen.
Im Hause seines Entführers muss sich Ramiro mit dem chinesischen Essen abfinden. Zur Vertreibung der Langeweile spielt er das chinesische Figurenspiel Tangram. Zuerst langweilt es ihn, aber dann entdeckt er seine Freude daran und kann gar nicht mehr aufhören. “Es ist wie mit dem Leben auch, hält man inne und denkt zwei Minuten darüber nach, was man gerade tut, jagt man sich zwanzig Kugeln in den Kopf.“ Ironisch und mit Witz weiß sich der Held der Geschichte in seine neue Lage zu finden. Er weiß jedenfalls sehr bald, die komischen Seiten seines neuen Lebens zu entdecken.
Das chinesische Viertel, seine religiösen und medizinischen Traditionen, dazu die der Liebe, die ihn in Gestalt der hübschen Yintai verzaubern, wecken sein neugieriges Interesse.
Li aber, der als Fosforito, „Das Streichhölzchen“ titulierte Chinese, erleidet sein eigenes Schicksal. Er spielt nur die Vermittlerrolle, denn Ramiro erlebt im Chinesenviertel von Buenos Aires seine eigenen Abenteuer.
Der Roman erschließt sich nicht leicht, denn zu fern scheinen die Themen, die sich China und seiner Rolle in der Welt annehmen. Das gebrochen gesprochene Chinesisch ist an sich schon eine Zumutung. Dennoch fühlt sich Ramiro wohl in dieser ihm so völlig fremden Welt, in der er als Computerfreak gefragt ist. Leser mit dem entsprechenden Sinn fürs Skurrile mögen diesen Roman genießen.
Ich konnte dem Roman nichts abgewinnen, denn ich vermute, das argentinische Lokalkolorit zusammen mit der Parallelwelt der Chinesen ist nicht für jedermann verständlich.
