“Seit nun schon zwei Jahren verhielt er sich, als durchlebe er eine zweite Pubertät. Ich hatte ihm diese Phase damals erspart, es war nicht fair.”
Ist es ein vom Wunsch nach Nähe angeregter Wochenendausflug zum Vater oder ein Kontrollbesuch? Als der Sohn, der Icherzähler in Björn Kerns neuem Roman, aus Berlin an den Bodensee kommt, um nach längerer Zeit einmal wieder nach dem Vater zu sehen, holt dieser ihn nicht vom Zug ab. Vergessen, verschusselt, egal? Der Vater Jakob, hoch in den Sechzigern, aber von fast schon erschreckender Virilität, durchtrainiert und mit einer beeindruckenden schwarzen Lockenpracht gesegnet, stellt den Sohn, der als Pfleger arbeitet, vor nicht wenige Rätsel. Welche Rolle spielen die beiden Frauen, die den Vater zu belagern scheinen und von denen er sich angeblich belästigt fühlt, tatsächlich? Was finden sie an ihm und was am Sohn? Wieso ist der Vater so fit und wo treibt er sich eigentlich nachts herum? Nimmt er gar Drogen?
Björn Kern erzählt von der neuen, verkehrten Welt, in der die Kinder bürgerlicher sind als ihre freizügigen, sich um ihre Selbstverwirklichung sorgenden Eltern.
Eine Vater-Sohn Beziehung von seltsamer Qualität
Björn Kern ist bisher hervorgetreten mit Endzeitstudien wie „Einmal noch Marseille“ und „Die Erlöser AG“.
Wenn der Autor auch dieses Mal von einem Sohn und seinem Vater Mitte der sechzig erzählt, so geht es doch hier um das Leben und nicht um das Lebensende.
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Verfasst von
Claudine Borries
am 20.06.2010.
Bewertung:
Pubertierende Väter
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Verfasst von
Michael Lehmann-Pape
am 28.09.2010.
Bewertung:
190 Seiten (gebunden)
C.H. Beck
Erscheinungsdatum:
22.02.2010
ISBN: 9783406598371
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