Cal Harper arbeitet mit seinem Partner Roosevelt, einem ehemaligen Pfarrer, für eine Organisation, die sich um Obdachlose kümmert, sie von der Straße holt, wenn sie auffällig werden oder Hilfe brauchen.
Dabei stoßen die beiden auf Cals Vater, der angeschossen in einem Park liegt, Cal hat 19 Jahre nichts von seinem Vater gehört, denn er saß im Gefängnis eine Strafe ab, nachdem er seine Frau und Cals Mutter (versehentlich) erschlagen hatte.
Später stellt sich heraus, dass mit der selben Waffe, mit der Cals Vater angeschossen wurde, in den 30er Jahren schon einmal gemordet wurde, Mitchell Siegel, der Vater des Erfinders von “Superman” (Jerry Siegel) wurde damit erschossen. Jerry Siegel kannte anscheinend die Mörder und die Motive und soll in unveröffentlichten Superman Comics den Schlüssel dazu versteckt haben.
Loyd Harper, Cals Vater, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen, Cal beginnt ihm zu folgen, als er eine seltsame Ladung aus dem Hafen abholt und kurze Zeit später auch schon wieder in Schwierigkeiten steckt, Ellis, ein Polizist der keiner ist, versucht die Ladung in seine Gewalt zu bringen… und damit beginnt eine rasante Suche, nach dem Buch der Lügen, das anscheinend den Schlüssel für das ewige Leben enthält und den ersten Mord der Geschichte – Kains Mord an Abel – aufklären kann.
Das Buch habe ich gekauft, weil mir das Cover gefallen hat (und ich es anscheinend mit irgendeinem anderen Buch verwechselt habe), ohne den Klappentext zu lesen, ich dachte an was “nettes okkultes” … als ich dann zu Hause die Rückseite gelesen habe, war ich erstaunt, dass ich das komplett falsch eingeschätzt habe, aber naja, Superhelden und Superschurken, Verschwörungstheorien und Thriller – ok… kann man auch lesen…
Die Idee zum Buch ist wirklich originell, eine Verschwörungstheorie rund um Superman und die Bibel, darauf muss man erst einmal kommen, also komplettes Neuland – hat mich an nichts erinnert was ich bisher gelesen habe und das finde ich gut.
Die Erzählperspektive hat mir nicht 100%ig zugesagt, meist wird aus Cals Sicht, in der “Ich-Form” erzählt, das ist etwas gewöhnungsbedürftig und hat das Lesen für mich irgendwie “holprig” gemacht. Die Kapitel sind sehr kurz, die Geschichte ist an sich spannend und gut ausgetüftelt, aber kämpft auch mit Schwächen, zum Teil ist die Handlung wirklich “weit” hergeholt und auch die Charaktere hätten mehr ausgebaut werden können, Potenzial dazu war da. Dieses Buch ist eines der wenigen Bücher, die ich mir verfilmt besser vorstellen kann, als das Buch – als rasantes Roadmovie wäre es bestimmt nicht schlecht. Als Thriller würde ich das Buch auch nicht wirklich beschreiben – eher ein fantasievolles Abenteuer.
Der Autor hat hier Reales und Fiktion gemischt, wobei mir das in diesem Fall nicht so gut gefallen hat, bei einer so abgedrehten Geschichte passt der Bezug zu realen Personen (Fam. Siegel) für mich irgendwie nicht wirklich. Einige Handlungsstränge werden auch (gar) nicht oder nicht stimmig zu Ende gebracht, einiges hätte noch Erklärungen benötigt (z.B. Serena, wo kommt sie her, was will sie). Auch im Laufe der Jagd nach dem Buch gleitet die Story immer mehr ins Abstruse, die Akteure sind scheinbar unverwundbar und suchen, egal nach welchen Kämpfen und Verletzungen, weiter, nach dem Geheimnis des Buches und der ersten Mordwaffe in der Geschichte der Menschheit – das ganze gipfelt dann auch noch darin, dass Nazis und ein (scheinbar allwissender) Prophet ins Spiel kommen, die natürlich auch Interesse an dem Buch haben und auch das Ende ist, nach der rasanten Jagd, unspektakulär und eher enttäuschend.
Wer ein abgedrehtes Buch sucht und sich auf fantasievolle Weise unterhalten lassen mag, wer Superman und Verschwörungstheorien mag, der sollte zugreifen. Wer einen klassischen und “bösen” Thriller erwartet, sollte sich nicht vom Cover täuschen lassen.
