Am Meer ist es wärmer

von

Liebesroman

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe, Kimiko Nakayama-Ziegler

208 Seiten (gebunden)
Hanser

Erscheinungsdatum: 26.07.2010

ISBN: 9783446235533

Rezension von

Verfasst am: 20.08.2010

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Liebe zwischen Traum und Wirklichkeit.
Ähnlich wie in ihren vorhergehenden Werken befasst sich Hiromi Kawakami in ihrem neuen Roman wieder mit einer delikaten Liebesgeschichte.
Dieses Mal handelt es sich um eine etwas okkulte und zwischen Traum und Wirklichkeit oszillierende Geschichte.
Eine unspektakuläre Handlung bietet den ruhigen Erzählfluss, von dem der ganze Roman handelt.

Ein kleiner Ort am Meer „Manazuru“ ist das Glück für Kei!
Dorthin flüchtet sie mit ihrer Tochter Momo, wenn es ihr in der großen Stadt Tokio, wo sie mit ihrer Mutter zusammen lebt, zu eng wird! Schon vor Jahren hat ihr Mann Rei sie verlassen, einfach so. Eine Tages kam er nicht nach Hause. Da war Momo erst drei Jahre alt. Jetzt ist sie in der Pubertät, und das Leben mit ihr gestaltet sich nicht gerade einfach.

Das Meer ist für Kei Sehnsucht, Frieden und Heimat.

Ihr Freund Seiji bietet Trost und stillt ihr Verlangen,—lieben aber kann sie nur Rei, mit dem sie glücklich war!

In stillen, kurzen und einfachen Sätzen beschreibt Hiromi Kawakami ihre Geschichte, die wie immer von der Liebe handelt, von der Liebe in ihren seltsamsten Auswüchsen.

Eine stille Frau, die wie ein Schemen kommt und geht, begegnet Kei zuweilen in den Tagen und Nächten und spricht mit ihr; doch wer sie ist und was sie will, erfahren wir nicht. Die Frau gleicht einer Fata Morgana, von der sich Kei Aufklärung um den Verbleib ihres Mannes erhofft.
In ruhigen Bildern dreht es sich immer wieder um die große Liebe. Kei hat seit zehn Jahren einen Freund, der ihre Stütze ist. Die Beziehung mit ihm kann sich nicht vollenden, weil er anderweitig gebunden ist.
Kei schreibt an einem Roman und als sie diesen Seiji, ihrem Freund, zu lesen gibt, ist auch der Roman von Hiromi Kawakami beendet.

Die zarten Andeutungen gestatten dem Leser, die eigene Fantasie zu bemühen, um zu schauen, was hinter dem Verschwinden von Rei steckt. War die Ehe nicht gut? Gab es Streit? Liebten sich die beiden nicht mehr?
Alles bleibt offen und Kei bleibt zurück als eine Frau, die sich mühsam durchs Leben schlägt, in Gedanken hin und her gerissen zwischen den Erinnerungen an ihre Ehe mit ihrem Mann Rei und der Gegenwart mit dem Freund Seiji.

Wenngleich die Autorin das Thema Liebe in den unterschiedlichsten Versionen abhandelt, bleibt dieser Roman hinter ihren vorherigen zurück. Zu langatmig bleibt die Geschichte, ohne Ziel und ohne Stringenz.
Alleine die poetische Sprache und die verschleiernd-andeutenden Gegensätze zwischen gegenwärtiger und vergangener Liebe machen noch keinen guten Roman aus.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

  • 5.0000/5 Sterne.

Leserbewertung (4):

  • Momentan 3/5 Sterne.

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