Wer war Eva Mondino?

von

literarische Reportage

Aus dem Spanischen von Susanna Mende

150 Seiten (gebunden)
Rotpunktverlag

Erscheinungsdatum: 24.08.2010

ISBN: 9783858694232

Rezension von

Verfasst am: 28.08.2010

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Leben in einer Diktatur.

Was als Roman deklariert ist, das gleicht in seiner Ausführung einer dokumentarischen Analyse über den Verbleib und das Leben von Eva Mondino, einer Frau im Argentinien der Militärdiktaturen.

Zum Tragen kommen die Jahre zwischen 1974-1983 in Argentinien.

Das Bild der Eva Mondino changiert zwischen dem einer exzessiven, rebellischen Frau, eigenwillig und politisch eher links eingestellt, und einer Frau, die geheime und unbekannte Entwicklungen in ihrem Privatleben nahm.
Paramilitärische Gruppen regierten seit dem Tod Juan Perons 1974 das Land und bekämpften alle Regimegegner mit härtesten Methoden.
Auch Eva Mondino landete für 12 Monate im Gefängnis. Ihr erster Mann wurde zum Militär eingezogen und verschwand für immer. Seine links gerichtete politische Überzeugung hatte ihn womöglich das Leben gekostet.
Hatte sie einen Sohn von ihm?
Viele Fragen bleiben unbeantwortet, denn undurchsichtige politische Verhältnisse, Intrigen, Geheimdienste und Denunziationen erschwerten den Bürgern des Landes das Leben, so dass man nur noch wenigen Freunden trauen konnte.
Der Roman bietet stark belastende emotionale Einblicke in einen Terrorstaat.
Zahlreiche Befragungen von Personen aus dem Umfeld von Eva Mondino durch einen unbekannten Rechercheur lassen ihr Bild vielfarbig und undurchsichtig erscheinen. Einmal wird sie abwertend beschrieben, ein anderes Mal ist sie stark, autark und selbstbewusst.
Störend bei der Lektüre sind vielfache in Klammern gefasste Einschübe. Sie erschweren den flüssigen Berichtsverlauf und sind allenfalls zur Verstärkung des dokumentarischen Charakters der Erzählung von Bedeutung.

Insgesamt ergibt sich ein überzeugender Eindruck von den erdrückenden politischen Verhältnissen in Argentinien in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Das Büchlein ist schmal aber komprimiert komponiert.

Argentinien, das im Jahr 2010 das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse ist, leistet mit einer Reihe hervorragender Autoren, zu denen auch Maria Teresa Andruetto gehört, seinen Beitrag.

Migliedermeinung

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