Apocalypsia

von

Fantasyroman

624 Seiten (gebunden)
Rotbuch

Erscheinungsdatum: 12.08.2010

ISBN: 9783867891080

Rezension von

Verfasst am: 13.09.2010

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Wäre ich nach dem Äußeren des Buches und nach dem Klappentext gegangen, dann hätte ich diesen kostbaren Schatz wohl gar nicht gelesen. Erst nachdem ich ein paar Seiten der Leseprobe regelrecht verschlungen hatte, wusste ich: Dieses Buch musst Du haben.

Vom Umschlag her, ist das Buch in einem dunkelroten Ton gehalten und darauf steht in großen weißen Lettern das Wort “Apocalypsia”. Die Buchstaben sind mit roten Flecken beschmiert, die schnell deutlich machen, dass es sich um Blut handelt. Und das wird in diesem Fantasyroman nicht gerade wenig vergossen. Es war stellenweise schon sehr brutal und ich habe mich während der Kriegsszenen oft gefragt, warum ich gerade dieses Buch nicht aus der Hand legen kann, obwohl ich ein absoluter Kriegsgegner bin und auch solche Szenen eigentlich vermeide zu lesen.
Aufteilung des Buches:

Das Buch beginnt mit der Hierarchie der Engel:

I. Chor
1. Seraphim
2. Cherubim
3. Throne

II. Chor
4. Dominationes
5. Virtutes
6. Potestates

III. Chor
7. Principatius
8. Archangeli
9. Angeli

Es ist eingeteilt in Abschnitte. Jeder Abschnitt hat mehrere Kapitel. Gewundert habe ich mich darüber, dass es kein Inhaltsverzeichnis gibt – zumindest zu den einzelnen Abschnitten. Die Abschnitte haben folgende Überschriften:

Anomalien
Die Prophezeiung
Plagen
Der Konvent
Krieg

Aber erst einmal Näheres zum Inhalt, denn wie schon erwähnt, hätte der Klappentext mich nicht ermutigt, das Buch zu lesen. Überzeugt hat mich der Schreibstil von Andreas Izquierdo.

Sehr lange Zeit lebte die Welt der Menschen und die der Engel im Gleichgewicht friedlich nebeneinander. Starb ein Mensch, so wurde er als Engel wieder geboren. Doch seit Gott im Sterben liegt, gerät die Welt aus dem Gleichgewicht. Die Engel müssen ihre Sterblichkeit erkennen und ihr Heer spaltet sich in zwei Lager. Während die eine Seite weiter auf Gott vertraut, schließt sich die andere dem Engel Luzifer an. Seinem Versprechen, den paradiesischen Urzustand durch die Vernichtung des Menschen wiederherzustellen, können sich nur wenige Engel entziehen.
In diese Zeit wird ein kleiner Engel mit dem Namen Nathanael hineingeboren. Die Prophezeiung sagt voraus, dass er als Vertreter der alten Ordnung die Engel in den Kampf gegen Luzifer führen wird.
Aber Nathanael wird mit einer verkrüppelten Hand geboren und sein Meister, der Potestas Iax, ist voller Zweifel. Er soll ihn im Kampf unterrichten – aber wie soll ein Krüppel die Schöpfung retten? Nur sehr schwer kann er seinen Abscheu unterdrücken.
Während die Welt der Engel in zwei Lager gespalten wird, geht auch die Welt der Menschen ihrem Untergang entgegen. Die Erde wird von merkwürdigen Lichtern eingekreist, die an Polarlichter erinnern. Dies führt dazu, dass sich die Erde immer mehr aufheizt und die Kontinentalplatten zu driften beginnen. Die Menschen, die durch die anhaltende Hitze nicht gestorben sind, finden den Tod durch Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbrüchen.

Selten habe ich mich in einem Buch so verloren, wie in diesem und selten haben mich Worte so sehr aufgewühlt wie die von Andreas Izquierdo. Alleine die Wortwahl und seine Art zu schreiben ist das, was mich überzeugt hat. Diese gewaltige Geschichte, die dahinter steckt, war noch das I-Tüpfelchen.
Was mich ein paar Mal regelrecht aus der Bahn geworfen hat, war die Intensität des letzten Satzes in manchen Kapiteln. Sätze, die mich in dem Moment so unerwartet mit einer Wucht getroffen haben, dass ich erst eine Pause machen musste, bevor ich weiter lesen konnte.
Die Figuren in diesem Roman sind, wie ich finde, ein kleines Meisterwerk. An jeder einzelnen hing ich, ob nun Gut oder Böse. Wobei ich mich doch ein paar Mal gefragt habe, ob das Böse in diesem Fall wirklich so Böse ist. Diese Aussage Luzifers ließ doch einige Zweifel aufkommen: “Der Vater trennte uns, um zu verbergen, dass er uns betrogen hat! Denn in seiner Kränkung und um die tiefe Lücke zwischen Engeln und Menschen zu schließen, beschenkte er Letzteren überreich, gab ihm die Fähigkeit, zu schaffen, sich zu entfalten, seine eigenen Ziele zu verfolgen. Ja, er erlaubte sogar, nicht an ihn zu glauben. Gaben, die er den Engeln verweigerte und – wie zum Spott – diesen unfertigen, zerstörerischen und dummen Wesen opferte!”

Eins steht fest: Der Autor regt mit seinem über 600 Seiten starken Werk auf jeden Fall zum Nachdenken an. Führt uns unsere Fehler vor Augen und zeigt uns, dass wir bereits einen falschen Weg eingeschlagen haben. Der Krieg, den die Engel in seinem Buch führen, ist eigentlich der der Menschen und die Arroganz, die wir unserer Umwelt gegenüber an den Tag legen, wird irgendwann unser Untergang sein.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (4):

  • 4.5000/5 Sterne.

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