Gotteszahl

von

Kriminalroman

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs

480 Seiten (gebunden)
Piper Verlag

Erscheinungsdatum: 06.09.2010

ISBN: 9783492053952

Rezension von

Verfasst am: 24.09.2010

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Im Jahr 2006 habe ich, ohne es zu wissen, den Auftakt der Reihe um Kommissar Yngvar Stubø begonnen.

Ich weiß noch, dass mir das Buch damals sehr gut gefallen hat. Obwohl ich mich jetzt nicht daran erinnern kann, ob Anne Holt auch zu dem Zeitpunkt schon einen so ausführlichen Schreibstil hatte.

Zu Beginn des Romans hatte ich noch Schwierigkeiten, mir die immer neu auftauchenden Namen zu merken. Mit der Zeit besserte sich das jedoch, weil die Autorin ihre Figuren in den, wie ich finde, recht langen Kapiteln sehr genau beschreibt. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl etwas Wichtiges aus den Vorgängerbänden versäumt zu haben – obwohl es sicherlich interessanter gewesen wäre, die Entwicklung zwischen Inger Johanne und Yngvar Stubø von Beginn an zu verfolgen. Ann Holt versteht es, in ihren Büchern eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, so dass ich mich gleich wohl gefühlt habe.

Ich denke, dass ein typischer Thrillerleser Probleme mit Ann Holts Schreibstil haben könnte. Anstatt auf Action wird hier mehr Wert auf Details gelegt. Und gerade die haben dafür gesorgt, dass unheimlich viel Spannung vorhanden ist. Ich konnte mich in jede Figur gut hinein versetzen und habe mitgelitten und mitgefiebert.
Alleine das Leid der Familie der ermordeten Bischöfin. Ihr Mann trägt ein großes Geheimnis mit sich herum, ist aber nicht in der Lage, sich seinem Sohn zu offenbaren. Dieser wiederum versucht verzweifelt, dem Familiengeheimnis auf die Spur zu kommen und muss mit ansehen, wie ihm sein Vater langsam immer mehr entgleitet.

Gewundert hat mich, dass die norwegische Polizei so lange gebraucht hat, herauszufinden, dass alle Opfer homosexuell waren. Dies und der Epilog des Buches waren in meinen Augen etwas unglaubwürdig. Außerdem werden sich Leser, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, über einige Textpassagen ärgern, die nicht übersetzt wurden. Aber dies sind nur ganz winzige Kritikpunkte.

Wer einen anspruchsvollen Krimi lesen möchte, ist mit “Gotteszahl” gut beraten. Die vielen parallel laufenden Handlungsstränge finden zum Schluss gut zusammen und auf die Lösung des Falles kommt der Leser, wie ich finde, nicht so schnell.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (2):

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