Englands größter Fluss
Die Themse und ihre Geschichte
„Ihre Länge beträgt zweihundertfünfzehn Meilen; hunderteinundneunzig davon sind schiffbar. Sie ist der längste Fluss Englands, wenn auch nicht Britanniens, denn der Severn übertrifft sie um ungefähr fünf Meilen. Sie ist aber in jedem Fall der kürzeste Fluss auf der Erde, der eine so berühmte Geschichte hat. Der Amazonas und der Mississippi messen von der Quelle bis zur Mündung fast viertausend Meilen, und der Jangtze ist fast dreitausendfünfhundert Meilen lang, doch keiner hat die Aufmerksamkeit der Welt in solchem Maße gefangen genommen wie die Themse.“
Mit dieser Beschreibung beginnt der britische Autor Peter Ackroyd sein neuestes Werk über den wohl englischsten Fluss des Vereinigten Königreiches. Im Untertitel von „Die Themse“ verspricht er, den Leser mit der Biographie eines Flusses vertraut zu machen und es stellt sich die Frage: Führt denn auch ein Fluss ein „Leben“ und wenn ja, kann man es beschreiben? Die Antwort gibt der Autor in fünfundvierzig Abschnitten seines von Ereignissen, Geschichten und Daten geradezu überbordenden Buches. Er nimmt uns Leser mit auf die Reise von den Anfängen vor 170 Millionen Jahren bis in das Heute, von der Quelle bis zur Mündung. Ackroyd schildert die Themse auf über fünfhundert Seiten in allen möglichen Varianten: als Fluss der Arbeit, Verkehrs- und Handelsweg, als heiligen Fluss, mit Mythen behafteten, aber auch als Strom des Vergnügens und des Todes. Wie schon in seinem 2002, ebenso im Knaus-Verlag erschienenen, opulentem Buch über London versteht er es, dem Leser Geschichte und Geschichten so mit- und ineinander verwoben darzustellen, dass man von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert und staunend das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Wer Großbritannien bisher nur oberflächlich kannte, wird „die Insel“ und ihre Bewohner nach dieser Lektüre besser verstehen können. Ausgestattet mit einem umfangreichen Bildteil ein Buch nicht nur für Anglophile, sondern für jeden auch an europäischer Geschichte Interessierten.
Peter Ackroyd, 1949 in London geboren, zählt zu den wichtigsten britischen Autoren der Gegenwart. Der studierte Literaturwissenschaftler veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, Romane und Theaterstücke. Für sein Werk erhielt er viele Preise, u. a. den Somerset Maugham Award für „Das Tagebuch des Oscar Wilde“ und ist seit 2003 Order of the British Empire für seine „Verdienste um die Literatur“.
