Solar

von

Roman

Aus dem Englischen von Werner Schmitz

416 Seiten (gebunden)
Diogenes Verlag AG

Erscheinungsdatum: 28.09.2010

ISBN: 9783257067651

Rezension von

Verfasst am: 28.09.2010

Bewertung:

  • 3/5 Sterne.

Ian McEwan ist ein begnadeter Erzähler,—in vielen seiner vorherigen Bücher! Doch mit seinem neuen Roman liegt er daneben.

Worum geht es?

Michael Beard ist kein besonders attraktiver Mann. Dennoch lieben ihn verwunderlicherweise die Frauen. Allerdings ist seine fünfte Frau gerade dabei, ihn zu verlassen, denn er ist ein notorischer Schürzenjäger. Patrice ist froh, ihm unter dem Vorwand seiner eigenen außerehelichen Liebschaften einmal alles heimzuzahlen und betrügt ihn mit einem Bauhandwerker. Ausgerechnet! Beard ist Nobelpreisträger und Physiker und kann es nicht fassen, mit wem sich seine Frau da eingelassen hat. Der Professor ist 53 Jahre alt und ruht sich auf seinen Erfolgen aus. Seine Themen sind erneuerbare Energien und Umweltfragen.
Gott sei Dank bekommt er eines Tages eine Einladung an den Nordpol, wo sich Wissenschaftler und Künstler zu einem Symposium für Umweltfragen versammeln werden. Ganz hübsch erzählte malerische Ausflüge auf dem ewigen Eis vermögen die Erzählung jedoch nicht aufzuhellen. Gelegentliche slapstickartige Einlagen bieten wenigstens ein wenig Unterhaltung, und McEwan zeigt auch wieder seine gewohnte Erzählkunst.

Man schleppt sich dennoch ein wenig mühselig durch die Lektüre, in der ein immer dicker werdender Professor seine Pfründe erweitert, und man zusätzlich in Kenntnis gesetzt wird, was es mit dem Klimawandel auf sich hat. Das unruhige Liebesleben des Professors steht im Wechsel zu seinen vergeblichen Versuchen, auch als Wissenschaftler noch einmal zu neuen Ufern aufzubrechen.

Sehr breit und umständlich entwickelt sich eine Geschichte, für die man tunlichst Interesse an Physik, Quantentheorien und allgemeinen Umweltfragen mitbringen sollte.
Selbst die umständlich verpackte Kriminalgeschichte im turbulenten Leben des rastlosen Professors vermag die Geschichte nicht mit Tempo und Spannung zu versehen.

Michael Beard bleibt der dicke, pomadige und selbstsüchtige Mann, dem man gerne auf die Sprünge helfen würde.

So bleibt nur eine gewisse Leere, die Ian McEwan dieses Mal nicht mit seinen sonst so klugen Psychostudien zu beleben vermochte. Drei Sterne dennoch für die durchschimmernde Freude an der Fabulierkunst des Autors.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (1):

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