P. S. Ich töte dich

von

Thriller

272 Seiten (gebunden)
Droemer

Erscheinungsdatum: 04.10.2010

ISBN: 9783426198971

Rezension von

Verfasst am: 13.10.2010

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Dunkle Geschichten für dunkle Jahreszeiten

Schon das Buch selber ist in der Form anders, wohltuend anders gestaltet. Griffig im Stil des klassischen Hemingway Notizbuches mit Gummiband gestaltet mit leicht gerauter Oberfläche macht bereits diese Form neugierig auf den Inhalt. Auf die Frage, ob es gelingt, in etwa 10 Minuten Lesezeit pro Geschichte einen echten Thriller in den Raum zu setzen.

Vorweg gesagt, das geht. Das geht sogar in teils beeindruckender Weise. Was aber letztlich nicht wirklich überrascht, denn einige der im In- und Ausland bekanntesten Autoren des Genres haben hier jeweils eine der 13 Kurzgeschichten beigesteuert.

Sebastian Fitzek, Michael Connelly (der „Vater“ von Harry Bosch), Val McDermid, Markus Heitz, Torkil Damhaug, Thomas Thimeyer sind nur einige der Autoren in dieser erstklassig ausgewählten Riege von Künstlern ihres Genres. Initiiert von Sebastian Fitzek ist diese Anthology entstanden, eine Aufforderung an jeden der Autoren, in knappster Form, auf den Punkt genau treffend, in einer Kurzgeschichte statt der üblichen Arbeitsweise über hunderte von Seiten hinweg den Leser mit zu nehmen in jene düstere Welt der Bedrohungen, Gefahren und Dramen.

So, wie der Gast ermüdet im Hotelzimmer nur noch ein wenig in der Bibel blättert und kurz vor dem Einschlafen diesen Zettel findet, der ihn warnt, ja nicht einzuschlafen, denn tödliche Gefahr droht. Die Klaustrophobie der dunklen, einsamen Nacht im fremden Hotel dringt spürbar in das Bewusstsein des Lesers, bei dem ebenfalls nun an Schlaf nicht mehr zu denken ist.

Oder wie jener, der feststellen muss, dass man mit einer Lüge im Leben zwar einen kleinen Schritt vorankommt, niemals aber zurückkommen kann und dafür bezahlen muss. Wie in einem einzigen Monolog auf wenigen Seiten Thomas Thiemeyer hier den Leser in eine gestörte Innenwelt hineinzieht, das ist beeindruckend.

Jede der Geschichten ist anders, aber in der Qualität auf hohem Niveau. Die vorausgesetzte Konzentration auf wenige Seiten eröffnet den Autoren nicht nur einen Zwang gegen eine sich ausweitende Schreiblust, sondern birgt auch die Chance der Konzentration auf das wirklich Wesentliche, die Verbindung, die zum Kopf des Lesers hin aufgebaut und geschlossen wird.
Fasziniert zu sehen, wie das in jeder der Geschichten mit anderen Elementen gelingt.

Ein nicht entscheidendes, aber nebenbei anregendes Gimmick ist die graphologische Deutung der Handschriftenproben der Autoren.

Wärmstens zu empfehlen für starke Nerven.

Migliedermeinung

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