Wahrheit und Fiktion!
Wie bereits in seinem vorigen Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat der Ire John Boyne es wiederum geschafft, ein historisches Kapitel von dramatischer Bedeutung aufzugreifen und aus einer einzigartigen Perspektive zu schildern. Auch in diesem Roman werden Protagonisten geschaffen, denen man sich sofort verbunden fühlt, die lebendig wirken.
Ist die Geschichte auch fiktiv, schafft Boyne es in seiner unnachahmlichen Art, während des Lesens die historischen Fakten in den Hintergrund zu drängen und nur noch der Handlung zu folgen.
Die russische Oktoberrevolution wird aufgegriffen, das Schicksal des russischen Volkes sowie der letzten Zarenfamilie. Rückblickend wird dargestellt, wie die beiden Hauptfiguren, von Geburt her so unterschiedlich, wie es nur möglich ist, zueinander finden und schließlich unter dramatischen Umständen aus dem gebeutelten Russland fliehen und ein neues Leben beginnen. Doch auch dieses neue Leben birgt nicht den ersehnten Frieden. Weitere Schicksalsschläge begleiten die beiden, bis sie im Alter erkennen, was wirklich wichtig war.
Ein wunderschöner Roman!
