Chicagoland Vampires 1: Frisch gebissen

von

Vampirroman

432 Seiten (Taschenbuch)
Egmont Lyx

Erscheinungsdatum: 11.02.2011

ISBN: 9783802583629

Rezension von

Verfasst am: 10.04.2011

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Kurz vor ihrem 28. Geburtstag wird die Studentin Merit auf dem Universitätsgelände von einem Vampir angegriffen und überlebt nur, weil Ethan Sullivan, Meistervampir aus dem Hause Cadogan, sie zur Vampirin macht, bevor sie das Zeitliche segnen kann.

Nun wird sich jeder Normalsterbliche denken: Angriff von einem Vampir? Das ist etwas höchst Ungewöhnliches. Richtig! Aber nicht so, wie man vielleicht vermutet, denn ungewöhnlich ist es in Chicago nur insofern von einem Vampir gebissen zu werden, als dass die Blutbeschaffungsmaßnahmen sich für Vampire ein wenig geändert haben, seit sie acht Monate zuvor ihr großes Coming-Out hatten. Um ein friedliches Zusammenleben mit den Menschen zu gewährleisten, gilt die eiserne Regel: Frisches Blut nur von Menschen, die auch bereit sind, dieses freiwillig zu spenden. Einzig die Vampire aus dem Hause Cadogan bedienen sich noch dieser Methode – Vampire aus anderen Häusern sind inzwischen längst auf Blutkonserven umgestiegen.

Die völlig empörte Merit, die ihrer Meinung nach einfach ungefragt gewandelt wurde, mag sich mit ihrem neuen Dasein als Vampirin so gar nicht arrangieren. Das Studium fällt nun flach und das, wo Merit in ihrer Familie sowieso nur ein Mensch zweiter Klasse ist. Der Kommentar ihres Vaters: „Und wenn du irgendetwas anstellen solltest, was unseren Namen beschmutzt, dann werde ich dich so schnell enterben, dass du deinen Namen nicht mal mehr sagen kannst.“ Einzig Mitbewohnerin Mallory steht ihrer Freundin bei.

Ihr erster Besuch bei Ethan Sullivan endet in einem Desaster. Wissend, dass dieser ab nun ihr Lehnsherr ist und sie sich ihm zu unterwerfen hat, wirft sie ihm an den Kopf, was sie von ihrer ungefragten Wandlung hält und fordert ihn zum Kampf auf. Obwohl diese Aufsässigkeit wohl einmalig in der Geschichte der Vampire ist, stimmt Ethan, eher belustigt als erbost, zu. Natürlich kann unsere Protagonistin diesen Kampf nicht gewinnen und Ethans abschließende Worte sind unmissverständlich: „Solltest du jemals wieder die Hand gegen mich erheben, wirst du diese Entscheidung bereuen. Ich bin der Herr dieses Hauses und befehlige dreihundertacht Vampire. Sie erwarten von mir, beschützt zu werden, und im Gegenzug erhalte ich ihre Treue!“

Fünf Tage bleiben Merit, sich mit ihrer Situation abzufinden, denn dann erfolgt die Aufnahmezeremonie und die Wahl ihrer Klamotten ist dabei noch das geringste Problem, denn Chicago wird von einer Reihe von Mordfällen heimgesucht und der Verdacht fällt ausgerechnet auf das Haus Cadogan …

„Frisch gebissen“ ist der Auftakt der Chicagoland Vampires-Reihe und dieser ist Chloe Neill in meinen Augen sehr gut gelungen. Auf eine erfrischende Art und Weise bereichert die Autorin das Vampirgenre, ohne wie ein billiger Abklatsch anderer Reihen zu wirken. Ihr Schreibstil ist nicht reißerisch, sondern eher etwas zurückhaltend (was man von ihrer Protagonistin nicht immer behaupten kann). Auch wenn ich zeitweise das Gefühl hatte, dass nicht viel passiert, so habe ich mich am Ende doch gewundert, wie viel in dieser Geschichte tatsächlich untergebracht war. Aber eben so gut verpackt, dass ich als Leser fast vergessen habe, dass dies keine Beschreibung eines alltäglichen Lebens ist. Die Autorin scheint also zumindest bei mir den richtigen Nerv getroffen zu haben.

Gefühle kommen in dieser Serie nicht zu kurz, dominieren aber nicht die ganze Geschichte und das ist sehr angenehm. Vampire sind in dem Buch aber nicht die einzigen Wesen. Nicht weniger interessant sind die Nymphen, Hexenmeister oder Formwandler. Chloe Neill bringt sie alle auf ihre Art sympathisch rüber und nach über vierhundert Seiten bin ich fast ein wenig traurig, die Welt der „Chicagoland Vampires“ verlassen zu müssen. Schon jetzt freue ich mich auf den zweiten Band der Reihe, der „Verbotene Bisse“ heißen wird.

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