Alle Toten fliegen hoch. Amerika

von

autobiographischer Roman

320 Seiten (gebunden)
Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 24.02.2011

ISBN: 9783462042924

Rezension von

Verfasst am: 11.04.2011

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Jugendjahre…

Eine Kleinstadt mit dem Flair von Ruhe, Frieden und Heimat bietet den Rahmen für die Erinnerungen von Joachim Meyerhoff.

Seine Jugend mit zwei Brüdern in einem liebevollen und gut bürgerlichen Elternhaus verläuft ohne gravierende Aufregungen. Schule, erste Liebe, Sport und Spaß spiegeln die achtziger Jahre in einer deutschen Kleinstadt in friedlichem Licht. Man treibt seine Possen und erlebt seine Freuden. Der Versuch, sich um einen Schüleraustausch zu bemühen, wird witzig und mit der nötigen inneren Distanz beschrieben. Obwohl die Prüfungen für die Annahmebedingungen dem Helden schwierig erscheinen, geht es vor allem um Charakterfestigkeit und sportlichen Ehrgeiz, die den Austausch begünstigen.
Detailliert und fein sind die Erinnerungen an den Alltag mit Freunden, den Brüdern und den ersten Abenteuern auf einer Reise von Rendsburg nach Hamburg, wo die Prüfungen für den Amerikaaufenthalt stattfinden. Da darf auch ein Besuch im berüchtigten “Hurenviertel” der Stadt nicht fehlen!

Angerührt durch die fernen Erinnerungen an seine friedlichen Jugendjahre in den achtziger Jahren in Deutschland, folgt doch schon bald die Reise nach Amerika.
Joachim Meyerhoff ist ein aufmerksamer Beobachter, der Stimmungen, kleine, altersgemäße Erlebnisse und die Empfindungen eines Jungen bereits jenseits der Pubertät wunderbar eingefangen hat. Tiefsinnige Betrachtungen darf man nicht erwarten. Es geht um die ganz realen Eindrücke des Alltags hier wie dort in Amerika.
Amerika ist natürlich DAS Erlebnis! Freiheit und die andersartige Lebenswelt bestimmen dort den Tag. Jeder kennt die Erzählungen oder weiß aus eigener Erfahrung, wie herrlich Jugend in Amerika sein kann! Sport, Naturerlebnisse und Gemeinschaft sind hoch geschätzte Werte in amerikanischen Schulen. Wer sich jedoch erinnert, weiß auch, dass es eine gewisse Ambivalenz zwischen dem Freiheitsbedürfnis und der Sehnsucht nach Heimat gibt, wenn die Jahre des Aufbruchs kommen. Diese hat Meyerhoff feinsinnig und realitätsgerecht registriert. Der Tod einer seiner Brüder wirft einen tragischen Schatten auf die Erzählung und ist in der schockartigen Wirkung empathisch beschrieben.

Die Erinnerungen sind als „Entwicklungsroman“ konzipiert. Schüler im Alter von 15 -19 Jahren spricht er ebenso an wie Erwachsene.
Joachim Meyerhoff ist Schauspieler, der mit seinem Erstlingswerk den Beweis antritt, dass er ein sensibler, witziger und nicht zuletzt sogar leicht melancholischer Erzähler ist!

Migliedermeinung

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