Kunterbunte Nachrichten

von

Briefe

32 Seiten (broschiert)
Friedenauer Presse

Erscheinungsdatum: 01.05.2011

ISBN: 9783932109683

Rezension von

Verfasst am: 06.05.2011

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Der herzliche, humorvolle und mit Komik begabte Kabarettist Joachim Ringelnatz hat mit seinen eiligen und liebevoll geschriebenen Nachrichten aus Berlin an seine Frau Leonharda Pieper, von ihm schalkhaft „Muschelkalk“ genannt, Zeugnisse seiner inneren Wahrhaftigkeit und zärtlichen Zuneigung hinterlassen.

Es handelte sich vorwiegend um sachliche Nachrichten aus dem Lebens- und Berufsalltag, die jedoch immer auch eine Prise Komik enthielten.

Ringelnatz war Abenteurer, Maler, Schriftsteller und Kabarettist aus vollem Herzen, musste sich jedoch mühsam durchschlagen.
Die Briefe stammen aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in der Wirtschaftsnot und Inflation die Menschen bedrängte. Zugleich herrschte in Berlin eine Hochzeit für Künstler, Maler, Sänger und kabarettistische Kleinkunst. Ringelnatz wurde für die Kleinkunstbühne “Schall und Rauch” engagiert und reiste als Vortragskünstler durch die Lande. Er malte und dichtete, und seine beliebtesten Gedichte erschienen zu dieser Zeit. Bekannt wurde er vor allem durch die Sammlung “Kuttel Daddaledu” und die “Turmgedichte”.

Finanziell ging es ihm und seiner Frau in jenen Berliner Jahren allmählich besser. Die beiden verband eine innige Liebe, die in zärtlichen Aussprüchen, kleinen Gedichten und liebevollen Redewendungen in den kunterbunten Nachrichten ihren Ausdruck fand.

In einem mit M. für „Muschelkalk“ unterschriebenen Nachwort erwähnt Frau Ringelnatz die zahlreichen Künstler, die ihnen begegnet sind, und die wunderbaren zwanziger Jahre in Berlin, in der sie so viele Freunde fanden. Alles endete 1933, als Ringelnatz Auftrittverbot und Schriftverbot erhielt und wie so viele gleichgesinnte freiheitlich denkende Künstler seiner Epoche im Ausland Unterschlupf suchen musste. Damit verbunden war die totale Mittellosigkeit. Er starb mit erst 51 Jahren in der Schweiz an Tuberkulose.

Die in der Friedenauer Presse in Neuauflage von 1963 erschienenen Briefe ermöglichen einen letzten Blick auf den Dichter, der auch heute noch unvergessen mit seinen humorigen und gelegentlich melancholischen Gedichten die Herzen der Menschen erfüllt.

Migliedermeinung

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