Finstere Orte

von

Roman

Aus dem Amerikanischen von Christine Strüh

528 Seiten (gebunden)
Scherz Verlag

Erscheinungsdatum: 23.02.2010

ISBN: 9783502100959

Rezension von

Verfasst am: 11.05.2011

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Libby Day war sieben Jahre alt, als ihre Familie ausgelöscht wurde. Nur sie überlebte, weil sie in die eisige Winternacht davonlief. Ihr Bruder wurde als Mörder verhaftet und sitzt seit 25 Jahren im Gefängnis.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und zeigt dem Leser eine verbitterte Frau in den Dreißigern, die in ihrem Leben nichts geschafft hat, da sie ständig von den Dämonen der Vergangenheit verfolgt wird. Allerdings lebte sie auch ganz gut von den Dämonen, denn der Fond, den Spender für sie aufgebaut haben, hat ihr den Lebensunterhalt gesichert. Als das Geld jedoch alle ist, muss Libby auf der Suche nach Finanzgebern das Angebot einer Gruppe annehmen, die ihren Bruder Ben für unschuldig hält und ihn aus dem Gefängnis freibekommen will. Der sogenannte “Kill Club” sammelt Beweismittel und persönliche Dinge und daher hofft Libby mit Sachen ihrer Familie, die sie aufgehoben hat, Geld zu verdienen.

Doch der Club zwingt sie nicht nur zum Nachdenken sondern auch zu Begegnungen mit ihrer Familie. Und Libby beginnt zu zweifeln und zu recherchieren.

Gilian Flynn hat mit Libby Day eine sehr unsympathische spröde Hauptfigur geschaffen, in die man sich nur schwer hineinversetzen kann. Ihr Leben ist so ungewöhnlich, die Geschichte dramatisch. Die Vergangenheit wird teilweise aus der Sicht von Libbys Mutter und ihres Bruders miterzählt und erhält so verschiedene Sichtweisen des Geschehens. Die Kapitel sind klug unterteilt und das Buch ist, abgesehen von einigen kleinen Längen, sehr spannend, gerade weil die Erzählperspektive so ungewöhnlich ist.

Der Stil ist größtenteils flüssig, nur wenn es um Libby selber geht, ist er genauso zerfahren wie ihr Leben, was der Figur noch mehr Tiefe verleiht.

Man sollte ein bisschen vorsichtig sein mit der Bezeichnung “Thriller”. Meiner Meinung nach kann man dieses Buch als solchen ruhig vermarkten, die Morde sind zwar vor 25 Jahren geschehen, aber “Thrill” ist hier eher der “Darkplace” in Libbys Kopf. Leser, die viele “frische” Leichen lieben, werden hier eher enttäuscht.

Insgesamt fand ich das Buch sehr lesenswert, spannend und ungewöhnlich.

Migliedermeinung

Rezensentenbewertung (7):

  • 4.5714/5 Sterne.

Leserbewertung (1):

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