Die Strozzi

von

Geschichte

240 Seiten (gebunden)
C.H. Beck

Erscheinungsdatum: 23.05.2011

ISBN: 9783406614774

Rezension von

Verfasst am: 05.06.2011

Bewertung:

  • 5/5 Sterne.

Florenz und seine großen Familien zu Zeiten der Renaissance!

Mit gründlichem Detailwissen ausgestattet erzählt Ingeborg Walter die Geschichte der einst mächtigen Familie der Strozzi aus Florenz. Sie reicht in ihrer Historienerzählung laut der im Anhang befindlichen Zeittafel von 1300 bis 1559.

Die Strozzi gehörten zu den begüterten und einflussreichen Patrizierfamilien im Florenz der Renaissance. Das konnte sie nicht vor ihrem Gegner, der Familie Medici, schützen. In heftigen politischen Zunftkriegen kämpfte jede Familie um ihre Vormachtstellung, die mit der Verbannung des Gegners enden konnte. So ging es auch den Strozzi: sie unterlagen 1334 der Verbannung durch die einflussreicheren Medici und mussten ihr Dasein im entfernten Padua fristen. Palla Strozzi, der zunächst im Mittelpunkt der Erzählung steht, verließ Florenz und sah die Stadt zu seinen Lebzeiten nicht wieder. Auch weitere nachfolgende männliche Familienmitglieder unterlagen in den folgenden Jahren dem Bann, so dass die Familie ihre Geschäfte in einer Art Gegenregierung fernab von Florenz tätigte. Sie lebten über lange Jahre in Spanien, Belgien oder in den italienischen Städten Padua, Valencia und Neapel. So lange die Familien der Medici machtvoll in Florenz herrschten, war an eine Heimkehr der Familien Strozzi nicht zu denken.

Wohlhabende Familien lebten damals von Bankgeschäften, Immobilienbesitz, dem Woll- und Tuchhandel und widmeten sich den Künsten und der Wissenschaft wie die dem Werk beigefügten Bildtafeln zeigen.

Die Aufzählung vieler Namen, zahlreicher Daten über Geburten, Hochzeiten, Todesfälle und Verbannung bieten eine Vorstellung davon, wie hart das Leben war, und wie die jeweiligen Familien um ihre Vormachtstellung kämpften. Die Familien der Medici waren mächtig, reich und einflussreich und beherrschten selbstbewusst und grausam das Leben ihrer Gegner.

Ingeborg Walter zeigt in ihrem ausführlichen Werk, wie aufwendig Heiraten geplant und durchgeführt wurden, wie Kindergeburten, Todesfälle und das Leben der einzelnen Familienmitglieder der Strozzi den Alltag bestimmten. Dabei ging es immer um Mehrung und Erhalt des Besitzes und um die standesgemäßen Verbindungen, die diffizil ausgehandelt wurden, bevor es zu Eheschließungen kam.

Man bekommt einen lebhaften Eindruck von den Ränkespielen, dem Prunk und Protz, mit dem sich die Familien höheren Standes bekriegten und je nach Besitz und Stand verheirateten.

Mit politischen Veränderungen kehrte Mitte des 15. Jahrhunderts die Familie Strozzi nach Florenz zurück. Dort kann man heute noch den Palazzo Strozzi in seiner ganzen Pracht und Vielfalt bewundern.

Ingeborg Walter hat eine sehr sorgfältig recherchierte Arbeit über die Familie Strozzi verfasst. Im Anhang finden sich sowohl Stammtafeln als auch eine genaue Zeittafel mit Angaben über die jeweiligen prägenden Ereignisse.

Dem Kunst- und Italienfreund wird mit den Ausführungen von Ingeborg Walter reichlich Material geboten, sich mit der Geschichte der Strozzi, der Medici, der Päpste und der Kunstmäzene früherer Jahrhunderte zu befassen.

Ein Ehrfurcht gebietendes Werk ist der Autorin gelungen.

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