Radikal

von

Thriller

400 Seiten (broschiert)
Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 18.08.2011

ISBN: 9783462043389

Rezension von

Verfasst am: 16.08.2011

Bewertung:

  • 4/5 Sterne.

Dschihad in Berlin?

Der Politthriller „Radikal“ von Yassin Musharbash kommt zwar recht trocken daher, fast wie ein Sachbuch, aber mir gefällt das ja.
Zunächst wird das Personal vorgestellt:
I. Niklas Weissenthal, ein Schüler, der lieber im Internet surft, als zur Schule zu gehen. Nur in Chemie und im Bombenbauen ist er gut und verkauft die sogar.
II. Sumaya al-Shami, sie ist Studentin und arbeitet für den frisch gewählten Bundestagsabgeordneten Lutfi Latif. Beide sind in Palästina bzw. Ägypten geborene Muslime.
III. Samuel Sonntag, genannt Samson. Er ist Islamexperte und hält zu diesem Thema auch Vorträge. Aufgrund eines dunklen Geheimnisses in seiner Vergangenheit hat er Schuldgefühle…
In „Radikal“ werden sämtliche Vorurteile und Klischees bedient: Terrorismus, Islamistischer Terrorismus und Islamismus allgemein sowie Extremismus im Besonderen. Schauplatz ist Berlin, mit all seinen „sozialen Brennpunkten“.
Bei seinen Recherchen findet Samson schnell heraus, dass es nicht nur fanatische Muslime gibt, sondern auch „Einheimische“, die sich radikalisieren. Spätestens seit Oslo, sollte dies jedem klar sein. Auch wenn schon immer auf christlicher und muslimischer Seite religiöse Gefühle für politische Zwecke mobilisiert und missbraucht wurden.
Der Autor hat für seinen Debütroman gut recherchiert und diesen mit vielen Fakten untermauert. So wirkt die Geschichte erschreckend realistisch und authentisch. Sicher ist es auch kein Zufall, dass das Buch rechtzeitig zum 10. Jahrestag des 11. September 2011 erscheint.
Da ich die Veränderungen in der arabischen Welt bisher mit großem Interesse verfolgt habe, genauso wie die terroristischen Anschläge in Amerika, Oslo und anderswo, ist „Radikal“ ein Buch genau nach meinem Geschmack!
Lediglich zwei Punkte trüben meine Begeisterung:
1. Ob die Mittel, ggf. auch kriminelle, immer den Zweck heiligen, möchte ich in Frage stellen.
2. Wenn man dem Tauchen einen breiten Raum einräumt, was ich gut finde, sollte man sich richtig beraten lassen. Mit Sauerstoffflaschen (Seite 30, 91, 103) taucht man sicher nicht, eine Sauerstoffvergiftung wäre unvermeidlich, sondern i.d.R. mit Pressluft (= komprimierte Luft) oder mit EAN (enriched Air Nitrox = mit Sauerstoff angereicherte Luft) bzw. anderen Atemgasgemischen.

Fazit: Ein intelligentes und sehr empfehlenswertes Buch. Brandaktuell, nicht erst seit Oslo, deshalb 4* !!!

Migliedermeinung

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